Berlin --:--Mittwoch, 28. Oktober 2026
LIVE
TechnologieNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Technologie ·

Blutgefäße auf dem Chip: EMBL-Video zeigt, wie ein Team in Barcelona Gewebe durchblutet

Die Gruppe von Kristina Haase am EMBL Barcelona lässt winzige, durchströmbare Blutgefäße auf Chips wachsen – für Modelle von Herz, Plazenta oder Tumoren. Ein neues EMBL-Video stellt die Arbeit vor.

Beim Abspielen wird das Video von YouTube (Google) geladen.

Foto: Enric / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Video: YouTube · European Molecular Biology Laboratory (EMBL) · youtube.com

Viele Krankheiten hängen mit Störungen der kleinsten Blutgefäße zusammen. Die Forschungsgruppe von Kristina Haase am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Barcelona baut deshalb dreidimensionale, durchblutbare Gewebemodelle im Labor. Ein am 22. Oktober veröffentlichtes Video des EMBL stellt die Gruppe vor. Mikrogefäße seien „unsere frühesten funktionsfähigen Organe“, ihre Fehlfunktion sei mit zahlreichen Krankheiten verbunden, schreibt die Gruppe auf ihrer Forschungsseite.

Dafür lassen die Forschenden menschliche Zellen in mikrofluidischen Chips von selbst zu Gefäßen zusammenwachsen und kombinieren sie mit gewebetypischen Zellen. So entstehen Gefäßmodelle für Plazenta, Herz, Lunge und Brust. Hinzu kommen Herzmodelle aus induzierten pluripotenten Stammzellen sowie durchblutete Tumor-Kügelchen und Organoide aus Patientenzellen. Zudem entwickelt das Team Chips mit kontrollierter Strömung.

Anwendungen sieht das Team in der Krankheitsforschung, bei Wirkstofftests und in der regenerativen Medizin; langfristig sollen die Plattformen in der vorklinischen Forschung eingesetzt werden. Für ein Herzmodell mit schlagendem Muskelgewebe und funktionierenden Gefäßen hatte Haase 2022 einen ERC Starting Grant über 1,5 Millionen Euro für fünf Jahre erhalten.

Mehr aus dem Ressort

← Technologie