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Sex aus Pflichtgefühl: Studie findet kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Wer fürchtet, der Partner könnte fremdgehen, berichtet häufiger von Sex ohne eigentliche Lust. Das legt eine US-Studie mit 252 Studierenden nahe – bei Männern wie bei Frauen.

Hauptgebäude der University of Texas at Austin mit dem Uhrturm (Archivbild)

Archivbild · Foto: Larry D. Moore / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Sex, auf den man eigentlich keine Lust hat, aus Sorge vor den Folgen eines Neins – in der Forschung spricht man von „Duty Sex“, Sex aus Pflichtgefühl. Ein Team um F. Sid Dougan von der University of Texas at Austin hat mit Kate B. Metcalfe und Cindy M. Meston untersucht, wer davon besonders berichtet. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Evolutionary Psychology; das Portal PsyPost berichtete am 28. Oktober darüber. Befragt wurden online 252 sexuell aktive Studierende zwischen 18 und 24 Jahren (176 Frauen, 76 Männer), die mit mindestens einer Person zusammen waren; rund drei Viertel waren in einer festen Beziehung.

Insgesamt kam Sex aus Pflichtgefühl selten vor, und Frauen und Männer unterschieden sich statistisch nicht. Wer die Wahrscheinlichkeit höher einschätzte, dass der Partner fremdgeht, berichtete bei beiden Geschlechtern häufiger davon. Gleiches gilt für Menschen, die sich selbst als weniger begehrenswert empfanden als ihren Partner – dieser Zusammenhang war bei Frauen für sich genommen signifikant, bei Männern nicht; ein direkter Vergleich ergab aber keinen bedeutsamen Unterschied. Auch eine stärkere Neigung zu Ängstlichkeit und emotionaler Unsicherheit (Neurotizismus) ging mit etwas mehr Pflicht-Sex einher. Die Dauer der Beziehung spielte keine Rolle.

Die Studie stammt aus der Evolutionspsychologie, die Verhalten mit Blick auf Partnerwahl und Fortpflanzung erklärt. „Natürliche Selektion rechnet in der Währung des Fortpflanzungserfolgs, nicht in der von Glück oder ethischem Verhalten“, sagt Dougan. Die Grenzen sind deutlich: Es handelt sich um eine Befragung zu einem einzigen Zeitpunkt, die keine Ursachen belegen kann; nur 76 Männer nahmen teil, alle Befragten waren jung und studierten, und emotionale Manipulation oder Missbrauch wurden nicht erfasst. Zur Finanzierung macht der Bericht keine Angaben. Vorläufige Ergebnisse mit kleinerer Stichprobe (121 Personen) hatte das Team 2025 als Kongress-Abstract veröffentlicht – dort berichteten Männer noch seltener von Pflicht-Sex als Frauen.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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