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Kernkraftwerk aus der Werft: MIT-Ausgründung will Bauzeit auf rund drei Jahre drücken

Blue Energy lässt 1.500 Tonnen schwere Kraftwerksblöcke in Werften fertigen und per Schiff anliefern. Das erste Projekt in Texas soll 2030 zunächst mit Gas und ab 2032 mit kleinen Reaktoren Strom liefern.

Das 2023 gegründete Start-up Blue Energy will den Bau von Kernkraftwerken grundlegend ändern. Gründer und Chef Jake Jurewicz hat am MIT Kerntechnik und Physik studiert. Statt jahrelang auf der Baustelle zu arbeiten, lässt das Unternehmen große Kraftwerksteile – sogenannte Blue Blocks – in Werften fertigen. Jeder Block wiegt etwa 1.500 Tonnen, kommt mechanisch und elektrisch funktionsfähig per Lastkahn zur Baustelle und wird dort nur noch montiert. „Das Problem der Kernkraft ist ein Bauproblem“, sagt Jurewicz.

Das erste Projekt ist ein Hybridkraftwerk mit 2,5 Gigawatt in Victoria (Texas). Ab 2030 sollen zwei Gasturbinen von GE Vernova ein Gigawatt liefern, ab 2032 sollen bis zu fünf kleine modulare Leichtwasserreaktoren von GE Vernova Hitachi weitere 1,5 Gigawatt beisteuern. Die Dampfturbinen für den Reaktorteil laufen zunächst mit Dampf aus den Gasturbinen; die US-Atomaufsicht NRC hat diesem Gas-zu-Kern-Ansatz zugestimmt. Im September reichte Blue Energy den ersten Teil seines Bauantrags ein.

Ziel ist eine Bauzeit von etwa 36 Monaten statt mehr als zehn Jahren. Spätere Anlagen sollen laut Unternehmen rund 5.000 Dollar pro Kilowatt Leistung kosten – weniger als die Hälfte dessen, was Strom aus dem US-Kraftwerk Vogtle kostet, dessen Block 3 im Jahr 2023 mit sieben Jahren Verspätung ans Netz ging. Ob die Pläne aufgehen, muss sich erst zeigen; Angaben zur Finanzierung macht der Bericht nicht.

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