Metall- und Elektroindustrie: 42 Prozent der Firmen rechnen mit Stellenabbau
Eine Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall zeigt trübe Stimmung vor den Tarifverhandlungen. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn und einen Stopp der Stellenstreichungen.

Symbolbild · Foto: Frank Vincentz / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
In der deutschen Metall- und Elektroindustrie rechnen viele Unternehmen mit weiterem Personalabbau. Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall erwarten 42 Prozent der befragten Firmen, in den kommenden sechs Monaten Stellen zu streichen. 39 Prozent bewerten ihre Geschäftslage als schlecht, 40 Prozent als befriedigend. 21 Prozent gehen davon aus, dass sich die Lage im nächsten halben Jahr weiter verschlechtert. An der Erhebung vom 7. bis 16. Oktober beteiligten sich nach Verbandsangaben 1.461 Unternehmen mit rund 800.000 Beschäftigten, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtete.
Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander räumte ein, dass einzelne Bereiche wie die Rüstungsindustrie und die Gesundheitstechnik gut laufen. Die Rüstungsbranche habe aber nur 200.000 Beschäftigte, die gesamte Branche dagegen 3,7 Millionen. „Inlandsaufträge bedeuten nicht Inlandproduktion“, sagte Zander. Die Arbeitgeber beobachten nach seinen Angaben, dass Produktion ins Ausland verlagert wird, wo niedrigere Personalkosten höhere Margen ermöglichen.
Die Umfrage fällt mitten in die laufende Tarifrunde. Die IG Metall fordert für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld sowie Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und eine Gewinnbeteiligung. Die ersten regionalen Verhandlungen Anfang Oktober endeten ohne Ergebnis, in der kommenden Woche wird weiterverhandelt. Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktober, danach sind Warnstreiks möglich. IG-Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski verlangte von den Arbeitgebern statt „Untergangsplanungen“ Lösungen nach vorne. „Wir fordern ein klares Bekenntnis zum Standort und ein Stopp der Stellenstreichungen“, sagte sie.
