Ecuador: Noboas wichtigste Rivalin Luisa González festgenommen
Ecuadors Behörden haben die linke Politikerin Luisa González wegen mutmaßlicher Geldwäsche bei der Wahlkampffinanzierung festgenommen. Sie weist die Vorwürfe zurück, ihr Lager spricht von Verfolgung.

Archivbild · Foto: Jhonatan Guerrero / Asamblea Nacional del Ecuador / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Ecuador ist am Donnerstag die linke Politikerin Luisa González festgenommen worden, die bei den beiden vergangenen Präsidentenwahlen jeweils Zweite hinter Staatschef Daniel Noboa geworden war. Wie der Newsletter Latin America Daily Briefing unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters und die Zeitung El País berichtet, wurde sie vor Tagesanbruch in Canuto in der Provinz Manabí in Gewahrsam genommen. Ihr wird Geldwäsche im Zusammenhang mit der Finanzierung ihres Wahlkampfs 2023 vorgeworfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft flossen zwischen Mai und August 2023 rund 500.000 Dollar über juristische Personen in Wahlwerbung, ohne dass die Herkunft des Geldes offengelegt wurde. Gegen sieben Personen wird ermittelt, drei wurden festgenommen. Geprüft wird auch, ob Geld aus Venezuela an ihre Kampagne und ihren damaligen Vizekandidaten Andrés Arauz floss. González bezeichnete die Vorwürfe als absurd. Ihre Partei Revolución Ciudadana spricht lediglich von einer verwaltungstechnischen Unstimmigkeit über 6100 Dollar.
Ex-Präsident Rafael Correa, der politische Ziehvater der Partei, sprach von Verfolgung, Parteichefin Gabriela Rivadeneira von einem politisch motivierten Vorgehen. Die Festnahme fällt in eine angespannte Phase: Das Wahlgericht hat Revolución Ciudadana von den Kommunalwahlen im kommenden Monat ausgeschlossen, González’ Kandidatur als Präfektin von Manabí für eine andere Partei wurde zurückgewiesen.
