Berlin --:--Samstag, 24. Oktober 2026
LIVE
EuropaNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Europa ·

Frachter vor Constanța in Brand: Ein Toter, drei Vermisste – Rumänien beschuldigt Russland

Ein Handelsschiff ist vor der rumänischen Küste nach Angaben aus Bukarest von einer Drohne getroffen worden und gekentert. Präsident Dan macht Russland verantwortlich.

Symbolbild: Ein Kohlefrachter bei der Beladung im Hafen von Constanța

Symbolbild · Foto: Mehlauge / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Vor der rumänischen Schwarzmeerküste ist am Freitagvormittag ein Frachter in Brand geraten und gekentert. Nach Angaben der rumänischen Marinebehörde wurde die unter der Flagge der Komoren fahrende „Khoryv“ gegen 10 Uhr Ortszeit etwa 13 Seemeilen östlich von Constanța von einer Drohne getroffen, knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer. Das Innenministerium erklärte, das Schiff sei schwer beschädigt und drohe zu sinken. Von den 13 Besatzungsmitgliedern – nach AP-Angaben zehn Ukrainer und drei Aserbaidschaner – wurden zehn von einem anderen Handelsschiff geborgen, neun lebend und einer tot. Drei Seeleute werden vermisst. Schlechtes Wetter und geringe Sicht verhinderten laut Euronews einen Hubschraubereinsatz.

Präsident Nicușor Dan sagte, Rumänien habe festgestellt, dass der Angriff von Russland ausgegangen sei. Er sprach von „einem neuen Beispiel für die tragischen Folgen der russischen Aggression gegen die Ukraine“. Ministerpräsident Luca Niculescu sagte, der Angriff außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer verletze das Völkerrecht und die Freiheit der Schifffahrt; Rumänien werde sich mit Bulgarien, der Türkei und den Verbündeten abstimmen. Verteidigungsminister Ștefan Radu Oprea betonte, die Armee dürfe nur eingreifen, wenn Drohnen in den rumänischen Luftraum eindringen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa verurteilten den Angriff und sicherten Rumänien ihre Solidarität zu. Rumänien und Bulgarien haben die Nato um Unterstützung bei der Überwachung und Abwehr von Drohnen im Schwarzen Meer gebeten. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte im Europaparlament gesagt, Schiffe seien binnen zehn Tagen sechsmal angegriffen worden, und von einer „gefährlichen und inakzeptablen Eskalation“ gesprochen.

Mehr aus dem Ressort

← Europa