Anschlag auf Kirche in Jordanien: Drei Tage Staatstrauer – König kündigt harte Strafen an
Beim Angriff auf eine Trauerfeier in Karak starben mindestens sieben Menschen, 34 wurden verletzt. Nach den Tätern wird gefahndet, UN-Chef Guterres verurteilt die Tat.

Archivbild · Foto: Tarawneh / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Nach dem Angriff auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Süden Jordaniens hat Ministerpräsident Jaafar Hassan drei Tage Staatstrauer ab dem 23. Oktober angeordnet, wie Gulf News berichtete. Bei dem Angriff im Dorf Hamoud im Gouvernement Karak, rund 120 Kilometer südlich von Amman, wurden nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen getötet und 34 verletzt. Augenzeugen berichteten Al Jazeera, zu Beginn eines Trauerzugs sei eine Explosion zu hören gewesen; danach seien Maskierte in die Kirche eingedrungen und hätten minutenlang geschossen. Nach Angaben des Staatsfernsehens stiegen zwei Tatverdächtige aus einem Fahrzeug und eröffneten das Feuer.
Innenminister Mazen al-Faraya sprach von einem „terroristischen“ und „beispiellosen“ Angriff, nannte aber keine Gruppe. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat, Sicherheitskräfte fahndeten nach den Tätern. König Abdullah II. kündigte an, die Verantwortlichen würden mit den härtesten Strafen belegt. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Angriff scharf; sein Sprecher nannte einen Angriff während eines Trauerzugs besonders abscheulich. Christen stellen rund 300.000 der etwa 11,5 Millionen Einwohner Jordaniens, Anschläge dieser Art sind im Land äußerst selten. In Karak hatten 2016 Angreifer der Terrormiliz IS an einer Kreuzritterburg zehn Menschen getötet.
