USA ändern Zollliste für Kanada – einige Waren raus, mehr Produkte rein
Washington streicht etwa Seetang und Verpackungskartons von der Liste der 50-Prozent-Zölle, nimmt aber Kakaopulver und Shampoo auf. Trump: „Wir haben alle Karten.“

Symbolbild · Foto: Ken Lund / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Weiße Haus hat seine Zölle auf Waren aus Kanada erneut umfassend überarbeitet. Von der Liste der mit 50 Prozent belegten Produkte werden unter anderem Seetang, Verpackungskartons und einige Sperrholzplatten gestrichen, wie der kanadische Sender CTV berichtete. Neu aufgenommen werden dagegen Kakaopulver, Vinylböden und Shampoos. Nach Einschätzung des Handelsanwalts Robert Glasgow von KPMG Law kommen mehr Produkte hinzu, als wegfallen. Die Änderungen sollen Ende des Monats in Kraft treten. Die republikanische Senatorin Susan Collins aus Maine erklärte, sie habe Ausnahmen etwa für Produzenten von Heidelbeeren, Kartoffeln, Äpfeln und Seetang erreicht.
US-Präsident Donald Trump sagte am Freitag in Washington, Kanada und die USA stünden kurz vor einem Abkommen. „Kanada arbeitet sehr hart daran, einen Deal mit uns zu machen. Und ich sage das ungern, aber wir haben alle Karten“, sagte Trump. Mit Mexiko sei man „sehr nah“ an einer „sehr guten“ Vereinbarung. Kanadas Premierminister Mark Carney sagte in Istanbul, Kanada könne ein Abkommen „heute Nachmittag unterschreiben, wenn die USA so weit wären“. Die Handelsgespräche liegen seit August auf Eis.
Experten sehen hinter den Änderungen innenpolitischen Druck vor den US-Zwischenwahlen in rund zehn Tagen: Glasgow verweist auf „erheblichen Druck“ von Collins, die sich um ihre Wiederwahl bewirbt. Der Handelsanwalt Barry Appleton sagte laut CTV, Washington habe nur „einige Ziegel verschoben“, statt die Zollmauer zu senken; die Teuerung habe „ihren Tribut gefordert“. Glasgow hält ein umfassendes Abkommen binnen weniger Wochen für unwahrscheinlich und erwartet von den Änderungen nur geringe unmittelbare Auswirkungen. Die USA hatten im März 2025 Zölle von 25 Prozent auf kanadischen Stahl und Aluminium verhängt und sie im Juni 2025 auf 50 Prozent erhöht. Kanada erhebt Gegenzölle auf US-Importe im Wert von 27,6 Milliarden Dollar.
