Nature Communications: Bewässerung in den USA könnte 2040–2070 um bis zu 44 % steigen
Eine Studie des US Forest Service modelliert den Wasserbedarf 2040–2070. Der Stress ist vor allem saisonal und regional – und hängt stark von Anpassung ab.
Foto: Jeffrey Beall / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
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Der Klimawandel dürfte den Wasserbedarf in den USA vor allem in bestimmten Jahreszeiten und Regionen verschärfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am 23. Oktober in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlichte Studie. Verfasst haben sie Joey Blumberg und Travis Warziniack von der Rocky Mountain Research Station des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA Forest Service) in Fort Collins; Blumberg ist zudem an der University of Tennessee tätig. Die Forscher werteten hochaufgelöste Daten zu Wasserentnahmen aus den Jahren 2000 bis 2020 aus – das ist der gemessene Teil der Arbeit. Darauf aufbauend berechneten sie, wie sich der Bedarf im Zeitraum 2040 bis 2070 entwickeln könnte.
Die Projektionen beruhen auf 28 Szenarien mit einer Erwärmung zwischen 1,0 und 2,9 Grad Celsius und einem Bevölkerungswachstum zwischen 1 und 44 Prozent. Am deutlichsten steigt demnach der Wasserverbrauch für die Bewässerung von Ackerflächen: Je nach Szenario errechnen die Autoren beim jährlichen Wasserverbrauch ein Plus von 32,1 bis 43,6 Prozent. Bei der öffentlichen Wasserversorgung reicht die Spanne von minus 10,7 bis plus 28,9 Prozent. Für die Kühlung thermischer Kraftwerke ergibt das Modell dagegen einen Rückgang um 19,9 bis 27,9 Prozent. Die Spannen geben die Bandbreite über die 28 Szenarien wieder; Konfidenzintervalle nennt die Zusammenfassung nicht. Wichtig ist der Unterschied zwischen beiden Teilen: Die Entnahmedaten sind beobachtet, alle Werte für 2040 bis 2070 sind Modellrechnungen.
Die Autoren betonen, dass die errechneten Veränderungen „von fortgesetzten Anpassungsbemühungen abhängen“ („contingent on continued adaptive efforts“). Der Klimastress auf die Wasserversorgung sei somit kein gleichmäßiger, landesweiter Effekt, sondern zeige sich vor allem in jahreszeitlichen Ungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage sowie in sich verschiebenden regionalen Belastungen – und lasse sich durch Anpassung beeinflussen. Die Studie liegt bislang als vorab veröffentlichte Fassung vor, die noch redaktionell bearbeitet werden kann. Sie bezieht sich ausschließlich auf die Vereinigten Staaten; Aussagen über Europa lassen sich daraus nicht direkt ableiten. Sie zeigt aber, wie stark sich in einem großen Agrarland der Druck auf Wasserressourcen zwischen Landwirtschaft, Haushalten und Energieerzeugung verschieben kann.
