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IAEA-Chef Grossi: Atomstrom könnte sich bis 2060 mehr als verdreifachen

Vor der UN-Vollversammlung nennt Rafael Grossi Elektrifizierung und KI-Rechenzentren als Treiber. Mehr als 60 Reaktoren sind derzeit im Bau.

Archivbild: IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi bei einer Sitzung des Gouverneursrats in Wien

Archivbild · Foto: IAEA Imagebank / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Nutzung der Kernenergie könnte sich nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bis 2060 mehr als verdreifachen. Das sagte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi am Freitag bei der Vorstellung des Jahresberichts seiner Behörde vor der UN-Generalversammlung, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Als Treiber nannte er die zunehmende Elektrifizierung, den Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sowie den Appetit von Technologiekonzernen auf verlässlichen, kohlenstofffreien Strom. Grossi bezeichnete die Kernkraft als gleichauf mit der Solarenergie und als „sicherer als jede andere Option“. Es handelt sich um eine Projektion der Behörde, deren Aufgabe auch die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie ist; konkrete Kapazitätswerte für 2060 wurden in den Agenturberichten nicht genannt.

Nach den von Grossi genannten Zahlen lieferten 2025 mehr als 400 Reaktoren in über 30 Ländern rund zehn Prozent des weltweiten Stroms. Das entspreche etwa einem Viertel des kohlenstoffarmen Stroms weltweit, sagte der IAEA-Chef. Derzeit befinden sich demnach mehr als 60 neue Reaktoren im Bau. Den Bedarf begründete Grossi vor allem mit der wachsenden Stromnachfrage: die Elektrifizierung sowie der Ausbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen verlangten nach Strom, der rund um die Uhr verfügbar und zugleich klimafreundlich sei.

Grossi nutzte seinen Auftritt auch für Warnungen. Das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja, das größte Europas, befinde sich weiterhin „in einer prekären Lage“, mit häufigen Stromausfällen und nur begrenzten Diesel-Reserven als Notversorgung. Zum Iran sagte er, die technische Arbeit für ein diplomatisches Abkommen sei erledigt, und rief zu einer diplomatischen Lösung mit Überprüfung durch die IAEA auf: Deren Inspektoren müssten zügig in das Land zurückkehren können. Zudem verwies er auf das ohne Aufsicht der Behörde wachsende Atomprogramm Nordkoreas und auf Fortschritte bei der Klärung früherer nuklearer Aktivitäten in Syrien in Zusammenarbeit mit der Übergangsregierung.

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