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Polen: Ministerin tritt zurück – Tusk nennt sie „politisch sehr verloren“

Der Rücktritt von Fördermittelministerin Pełczyńska-Nałęcz belastet Tusks Koalition. Polska 2050 beansprucht das Ressort und droht mit dem Rückzug aus der Regierung.

In Polen sorgt der Rücktritt von Katarzyna Pełczyńska-Nałęcz, Ministerin für Fonds und Regionalpolitik und bisherige Vorsitzende der Partei Polska 2050, für Spannungen in der Regierungskoalition von Donald Tusk. Sie hatte ihren Schritt am Donnerstagabend auf der Plattform X angekündigt: Sie verlasse die Regierung, weil ihr „Werte wichtiger sind als Posten“. Anlass war eine Abstimmung im Sejm über einen Gesetzentwurf der Bauernpartei PSL zur Abschaffung der Amtszeitbegrenzung für Bürgermeister und Gemeindevorsteher. Der Entwurf scheiterte nach Angaben der Zeitung Rzeczpospolita knapp mit 213 zu 215 Stimmen. Die Ministerin warf der Koalition, darunter vielen Abgeordneten ihrer eigenen Partei, vor, sich auf die Seite „politischer Deals“ geschlagen zu haben. Die Partei überlasse sie ihrem Gründer, „der gegangen, aber doch zurückgekehrt ist“.

Tusk reagierte am Freitag scharf. Er habe den Eindruck, sie sei „politisch sehr verloren“, sagte er nach Angaben des Portals Interia. Er habe erwartet, dass sie vor ihrem Rückzug anrufe; die Zusammenarbeit sei nicht einfach gewesen. Für die Nachfolge habe er „zwei hervorragende Kandidatinnen“, deren Namen er nach seiner Rückkehr aus Indien nennen wolle. Die Koalition sehe er durch den Rücktritt nicht gefährdet.

Parteigründer Szymon Hołownia erklärte, das Ministerium müsse in den Händen von Polska 2050 bleiben, die Koalitionsvereinbarungen seien einzuhalten. Die Partei werde die Koalition nicht verlassen. Verliere sie jedoch das Ressort, werde er den übrigen Kabinettsmitgliedern der Partei empfehlen, die Regierung zu verlassen. Medienberichten zufolge hatte sich der Rückzug der Ministerin seit Monaten abgezeichnet.

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