Schüsse in Trappes: Ein Toter, Terrorermittler prüfen rassistisches Motiv
Ein Schütze hat westlich von Paris aus einem Auto auf Passanten gefeuert. Ein Mensch starb, fünf wurden verletzt. Die Anti-Terror-Justiz prüft ein rassistisches Motiv.
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In den Pariser Vororten Trappes und La Verrière hat ein Schütze am Freitagvormittag nach Angaben der Behörden einen Menschen getötet und mehrere verletzt. Der Täter feuerte demnach gegen 10 Uhr aus einem fahrenden Auto heraus an drei verschiedenen Orten auf Menschen, darunter an einem Spielplatz. Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, sprach später von fünf Verletzten, drei von ihnen schwer. Unter den Opfern ist ein zwölfjähriges Mädchen, das von mehreren Kugeln getroffen wurde; sein Zustand ist nach Angaben des Bürgermeisters von La Verrière, Nicolas Dainville, stabil. Der Angriff dauerte nach Behördenangaben knapp 15 Minuten, bis Beamte einer Anti-Kriminalitäts-Brigade den Mann stoppten.
Der Tatverdächtige, ein 39-Jähriger, wurde im Nachbarort Coignières festgenommen. Nach Angaben aus Polizeikreisen war er bereits polizeibekannt. Innenminister Laurent Nuñez sagte, die Waffe sei offenbar militärischer Art oder vollautomatisch gewesen, und sprach „eindeutig“ von einem terroristischen Verbrechen. Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft PNAT übernahm die Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben. Geprüft wird, ob die Opfer wegen ihrer tatsächlichen oder vermuteten Herkunft oder Religion ins Visier gerieten. Mindestens zwei der Opfer haben nach Angaben von CBS einen Migrationshintergrund. Das Motiv ist bislang nicht geklärt.
Präsident Emmanuel Macron erklärte, die Nation stehe an der Seite der Opfer dieser „schrecklichen Prüfung“. Premierminister Sébastien Lecornu sprach von einem „sehr ernsten“ Fall. Bürgermeister Rabeh sagte, der Schütze habe wahllos gefeuert und ein Blutbad anrichten wollen; er sprach von einem Anschlag mit rassistischem, wahrscheinlich islamfeindlichem Hintergrund. Die Tat ereignete sich mitten in einer Phase landesweiter Proteste und Krawalle, in der die Sicherheitskräfte ohnehin stark gefordert sind.
