US-Verbraucherstimmung auf Fünfmonatstief – Inflationssorgen nehmen zu
Der Index der Universität Michigan sinkt im Oktober auf 48 Punkte. Die Verbraucher erwarten 4,7 Prozent Inflation, die Kauflaune für langlebige Güter erreicht ein Rekordtief.

Symbolbild · Foto: Nielsoncaetanosalmeron / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Stimmung der Verbraucher in den USA hat sich im Oktober weiter eingetrübt. Der Index der Universität Michigan sank nach der endgültigen Auswertung auf 48,0 Punkte nach 48,1 Punkten im September und erreichte damit den tiefsten Stand seit fünf Monaten, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die vorläufige Schätzung hatte noch bei 46,3 Punkten gelegen; der endgültige Wert fiel laut Reuters besser aus als alle von Bloomberg befragten Ökonomen erwartet hatten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der Index nach Angaben von Quartz rund zehn Prozent niedriger, gegenüber Februar, vor Beginn des Iran-Konflikts, um 15 Prozent. Befragt wurden die Haushalte vom 22. September bis 19. Oktober.
Deutlich verschlechtert hat sich die Einschätzung der aktuellen Lage: Der Teilindex fiel von 50,9 auf 46,7 Punkte. Grund dafür war nach Angaben der Umfrageleiterin Joanne Hsu allein der Einbruch der Bedingungen für den Kauf langlebiger Güter um 18 Prozent, die ein Rekordtief erreichten. Als Ursachen gelten hohe Preise und steigende Zinsen. Der Teilindex für die Erwartungen stieg dagegen von 46,3 auf 48,8 Punkte, zum ersten Mal seit Juli. „Die Kaufkraft dominiert weiterhin die Sicht der Verbraucher auf die Wirtschaft“, sagte Hsu laut Axios. Benzin kostet weiterhin deutlich mehr als vier Dollar pro Gallone.
Zugleich steigen die Inflationserwartungen. Die Verbraucher rechnen für die kommenden zwölf Monate mit einer Teuerung von 4,7 Prozent nach 4,6 Prozent im Vormonat, auf Sicht von fünf bis zehn Jahren mit 3,5 Prozent jährlich. Beide Werte sind die höchsten seit Mai. Nach fünf Jahren mit Inflation über dem Ziel berge das das Risiko, dass sich hohe Inflationserwartungen verfestigen, warnte Hsu. Fast 70 Prozent der Befragten erwarten steigende Zinsen im kommenden Jahr – der höchste Anteil seit mehr als drei Jahren. Die Daten gehören zu den letzten Stimmungsbildern vor den US-Zwischenwahlen Anfang November.
