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Eurozone: Wachstum auf Viermonatstief – Frankreichs Wirtschaft schrumpft wieder

Der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum fällt im Oktober auf 51,9 Punkte. Deutschland wächst langsamer, Frankreich rutscht unter die Wachstumsschwelle.

Symbolbild: Sitz der Europäischen Zentralbank und Skyline von Frankfurt am Main

Symbolbild · Foto: DXR / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Wirtschaft im Euroraum hat im Oktober an Schwung verloren. Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex von HCOB und S&P Global für Industrie und Dienstleister sank nach einer ersten Schätzung von 53,1 auf 51,9 Punkte, wie aus am Freitag veröffentlichten Daten hervorgeht. Das ist der niedrigste Wert seit vier Monaten; Ökonomen hatten 52,7 Punkte erwartet. Werte über 50 zeigen Wachstum an. Der Industrieindex fiel auf 52,4, der Dienstleistungsindex auf 51,7 Punkte. S&P-Chefökonom Chris Williamson sagte, die Umfrage deute auf ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von etwa 0,3 Prozent pro Quartal hin.

Belastet wurde das Bild vor allem von Frankreich. Dort fiel der Gesamtindex nach Angaben von Euronews von 51,1 auf 48,4 Punkte, die Wirtschaft schrumpfte damit nach nur einem Monat Wachstum wieder. Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate sanken auf den tiefsten Stand seit April 2020. Der Ökonom Rory Fennessy von Oxford Economics verwies auf die unsichere politische Lage und gestiegene Finanzierungskosten des Staates. In Deutschland ging der Gesamtindex von 53,8 auf 52,8 Punkte zurück. Die Industrie legte zwar auf 54,2 Punkte zu, die Dienstleister fielen aber auf 51,7 Punkte. Die Erholung der größten Volkswirtschaft der Eurozone „bleibt fragil“, sagte Phil Smith von S&P Global Market Intelligence.

Zugleich steigen die Kosten: Deutsche Unternehmen meldeten den stärksten Anstieg der Einkaufspreise seit Mai, getrieben unter anderem von höheren Öl- und Rohstoffpreisen. Die Zuversicht der Industrie fiel auf den niedrigsten Stand seit Juli. Für die Europäische Zentralbank verschärft sich damit das Dilemma zwischen hartnäckiger Inflation und nachlassendem Wachstum. Williamson zufolge dürften die Zahlen Spekulationen über eine aggressivere Straffung der Geldpolitik befeuern; höhere Zinsen begännen allerdings bereits die Nachfrage zu dämpfen. Nach Einschätzung von Euronews deuten die Umfragen noch nicht auf eine Rezession im Euroraum hin.

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