American Express streicht rund 3.500 Stellen – trotz Gewinnsprung
Der Kreditkartenkonzern will etwa fünf Prozent der Belegschaft abbauen. Im dritten Quartal stieg der Gewinn um 28 Prozent, die Prognose wurde angehoben.

Symbolbild · Foto: giggel / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der US-Kreditkartenkonzern American Express will weltweit rund 3.500 Arbeitsplätze abbauen. Das entspricht nach Angaben von Konzernchef Stephen Squeri etwa fünf Prozent der Belegschaft von zuletzt rund 78.000 Beschäftigten, wie das Handelsblatt unter Berufung auf Reuters berichtete. Squeri nannte die Zahlen am Freitag im Sender Bloomberg TV, nachdem das Unternehmen seine Quartalszahlen vorgelegt hatte. Ziel sei es, die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen. Laut Banking Dive sagte Squeri, man habe „eine beweglichere und effizientere Organisation“ werden müssen. Welche Standorte und Abteilungen betroffen sind, blieb offen.
Geschäftlich lief das dritte Quartal gut. Der Umsatz abzüglich Zinsaufwand stieg um neun Prozent auf 20,06 Milliarden Dollar, der Nettogewinn um 28 Prozent auf 3,71 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind ein Ertrag aus dem Verkauf einer Beteiligung an der Global Business Travel Group sowie Restrukturierungskosten von 336 Millionen Dollar. Die Ausgaben der Karteninhaber legten um acht Prozent auf 454 Milliarden Dollar zu. Die Kosten wuchsen ebenfalls um neun Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar, darunter elf Prozent mehr für Marketing. Für 2026 hob American Express die Prognose für den Gewinn je Aktie auf 18,30 bis 18,60 Dollar an.
An der Börse kam das nur verhalten an: Die Aktie gab nach Angaben des Handelsblatts kurz nach Handelsbeginn in New York um rund drei Prozent nach, weil Analysten mit höheren Kartenausgaben gerechnet hatten. American Express reiht sich in eine Serie von Stellenstreichungen in der Finanzbranche ein. Erst kürzlich hatte die britische Großbank Barclays den Abbau von rund 5.000 Stellen angekündigt, die US-Bank Citigroup baut ebenfalls in großem Umfang Personal ab. Laut dem Fachdienst Banking Dive will American Express Künstliche Intelligenz vor allem in Angeboten für Kunden einsetzen, etwa bei Restaurant- und Reiseservices.
