Treffen in Istanbul: Acht Außenminister warnen vor neuem Angriff auf Iran
Europäer und Regionalmächte wollen sich künftig regelmäßig treffen. Irans Präsident Peseschkian reist kommende Woche zu Putin nach Moskau.

Archivbild · Foto: Necati Savaş / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Istanbul haben sich am Freitag Außenminister aus vier Staaten der Region und vier europäischen Ländern im neuen Format „R4 und E3“ (ergänzt um Italien) getroffen. Gastgeber Hakan Fidan (Türkei) empfing Prinz Faisal bin Farhan (Saudi-Arabien), Badr Abdelatty (Ägypten) und Ishaq Dar (Pakistan) sowie Edward Miliband (Großbritannien), Jean-Noël Barrot (Frankreich), Johann Wadephul (Deutschland) und Antonio Tajani (Italien). Themen waren unter anderem ein mögliches militärisches Vorgehen gegen Iran, die Lage in der Straße von Hormus und im Bab al-Mandab, das Schwarze Meer sowie die Folgen der Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine. „Niemand unterstützt derzeit einen neuen Angriff auf Iran“, sagte Fidan nach Angaben von Daily Sabah. Ein erneutes militärisches Vorgehen gegen Teheran berge die Gefahr, dass sich der Konflikt ausweite.
Barrot rief nach Angaben von Asharq Al-Awsat beide Seiten zu „äußerster Zurückhaltung“ auf; eine neue Eskalation hätte „zweifellos sehr ernste Folgen“ für die Öl- und Gaspreise. Tajani sagte, das Problem lasse sich nicht rein militärisch lösen. Die acht Staaten wollen ihre Gespräche in regelmäßigen Abständen fortsetzen. Wadephul forderte nach Angaben von Iran International, Iran und die Huthi müssten ihre Angriffe auf die Schifffahrt einstellen. Parallel kündigte Irans Außenminister Abbas Araghtschi an, Präsident Massud Peseschkian werde am Rande eines Gipfels der Gasexportländer am 27. Oktober in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin zusammentreffen.
