Indiana: Oberstes Gericht lehnt Aufschub ab – Hinrichtung am 5. November geplant
Indianas Supreme Court hat den Antrag eines Todeskandidaten auf Aufschub für Hirnscans einstimmig abgelehnt. Über eine Begnadigung entscheidet nun Gouverneur Mike Braun.

Archivbild · Foto: Steve Shook / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Oberste Gericht des US-Bundesstaats Indiana hat es einstimmig abgelehnt, die Hinrichtung von Jeffrey Weisheit zu verschieben. Der 50-Jährige soll am 5. November vor Sonnenaufgang im Staatsgefängnis in Michigan City mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Seine Anwälte hatten am 12. Oktober beantragt, Hinrichtung und Gnadenverfahren um 14 Tage aufzuschieben und ihn für Hirnscans in eine Klinik bringen zu lassen. Sie machen eine schwere psychische Erkrankung und mögliche Hirnverletzungen für die Tat mitverantwortlich. Die Richter erklärten, die Justiz könne das Gnadenverfahren der Exekutive nicht aufhalten. Die Exekutive habe aber die Befugnis, ihn auch ohne Gerichtsbeschluss für die Untersuchungen transportieren zu lassen. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte beide Eilanträge abgelehnt.
Weisheit war 2013 zum Tode verurteilt worden. Er hatte 2010 das Haus seiner damaligen Freundin bei Evansville in Brand gesetzt, deren Kinder im Alter von fünf und acht Jahren starben. Der Begnadigungsausschuss hörte am 16. und 19. Oktober Argumente beider Seiten. Seine Empfehlung ist nicht bindend, die letzte Entscheidung trifft der republikanische Gouverneur Mike Braun. Die Familie der Opfer ist gespalten: Der Vater der Kinder unterstützt eine Begnadigung, die Mutter forderte, das Urteil zu vollstrecken. „Ich bin heute hier, um sicherzustellen, dass die Stimmen meiner Kinder gehört werden“, sagte sie bei der Anhörung. Weisheits Anwälte streben dagegen eine Umwandlung in lebenslange Haft ohne Bewährung an.
Eine Bundesrichterin hatte zwar bereits Geld für mögliche Hirnscans bewilligt, sich aber am 7. Oktober für nicht befugt erklärt, den Transport für ein Gnadenverfahren des Bundesstaats anzuordnen. Nach Recherchen des Senders WRTV hat Indianas Strafvollzug 275.000 Dollar für Hinrichtungsmittel ausgegeben. Laut Death Penalty Information Center sind in den USA für November weitere Hinrichtungen angesetzt, darunter am 5. November in Florida sowie am 12. November in Texas und Oklahoma. In Tennessee sind Hinrichtungen dagegen nach dem gescheiterten Versuch an Christa Pike für den Rest des Jahres ausgesetzt.
