Schallschutz nach Vorbild der Motten: Bristol-Ausgründung will Dämmstoff marktreif machen
Winzige Strukturen auf Mottenflügeln schlucken Schall – so entkommen die Tiere Fledermäusen. Die Bristol-Firma Attacus Acoustics baut daraus Dämmstoffe, die bis zu zehnmal dünner sein sollen.
Foto: Quartl / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · University of Bristol · youtube.com
Die University of Bristol stellt in einem neuen Video die Geschichte hinter ihrer Ausgründung Attacus Acoustics vor. Ausgangspunkt sind mikroskopisch kleine Strukturen auf den Flügeln mancher Nachtfalter: Sie absorbieren Schall und verringern Echos, was den Tieren hilft, Fledermäusen mit ihrer Ultraschall-Ortung zu entgehen. Geleitet wurde die Forschung von Professor Marc Holderied von der Fakultät für Biowissenschaften.
Nach Angaben der Universität soll das daraus entwickelte Material Schall dämpfen und dabei bis zu zehnmal dünner sein als herkömmliche Dämmstoffe. Denkbar sind etwa schallschluckende Tapeten, leisere Flugzeugkabinen und Autoinnenräume; mit Flugzeugherstellern laufen Gespräche. Die Technik ist durch Patentanmeldungen geschützt, die die Universität verwaltet.
„Wir konzentrieren uns jetzt darauf, unsere Technologie zu skalieren und mit kommerziellen Partnern zusammenzuarbeiten“, sagte Firmenchef Dr. Akash Gupta. Für den Ausbau von Fertigung und Markteinführung sucht das Unternehmen kommerzielle Partner und Investoren; Zahlen zur Finanzierung nannte die Universität nicht.
