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Überraschungsbesuch: Kim Jong Un reist über neue Yalu-Brücke nach China

Nordkoreas Machthaber ist laut Seoul in der Grenzstadt Dandong eingetroffen – erstmals seit über einem Jahr in China. Ein Treffen mit Xi Jinping gilt als wahrscheinlich, bestätigt ist es nicht.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (Archivbild, 2019)

Archivbild · Foto: The Presidential Press and Information Office / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist am Samstag überraschend nach China gereist. Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums traf er in der Grenzstadt Dandong in der Provinz Liaoning ein. Er überquerte dabei die Neue Yalu-Brücke, die Dandong mit der nordkoreanischen Stadt Sinuiju verbindet. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf eine Regierungsquelle berichtet. Weder Peking noch Pjöngjang äußerten sich zunächst; Chinas Außenministerium ließ eine Reuters-Anfrage zunächst unbeantwortet. Es ist Kims erste bekannte China-Reise seit September 2025.

Reiseroute und Zweck wurden bis zum Nachmittag nicht bekanntgegeben. Der Besuch fällt auf den Vorabend des 76. Jahrestags von Chinas Eintritt in den Koreakrieg am 25. Oktober. Laut dem Sender SBS hat Kim bei allen fünf bisherigen China-Reisen Präsident Xi Jinping getroffen, ein Gipfel wird daher auch diesmal erwartet. Japanische Medien berichteten von strengen Verkehrskontrollen in Dandong. Die vierspurige Brücke war bereits 2014 fertig, wurde aber wegen fehlender Zufahrten und Zollanlagen auf nordkoreanischer Seite erst am 15. Oktober eröffnet.

Die Beziehungen hatten gelitten, als Nordkorea Russland Truppen und Waffen für den Krieg gegen die Ukraine lieferte. Inzwischen nähert sich Kim wieder Peking an: Xi besuchte im Juni Pjöngjang, beide vereinbarten mehr Zusammenarbeit bei Handel, Landwirtschaft, Bau und Technik. Der Experte Lu Chao sagte Reuters, die Brücke beseitige „einen großen Engpass“ im Handel. Zuletzt kursierten im Netz Gerüchte über Kims Tod; Südkoreas Geheimdienst NIS erklärte sie am Freitag vor Abgeordneten für falsch. US-Präsident Trump will die Gespräche mit Nordkorea wieder aufnehmen.

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