Mord an Slawi Binew: Polizei sieht keinen Auftragsmord – Schweigeminute beim Turnier
Die drei Festgenommenen sollen das Opfer seit Langem gekannt haben. Politiker fordern Antworten, das Taekwondo-Turnier in Sofia begann mit einer Schweigeminute.

Archivbild · Foto: Ppktechno / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Nach den tödlichen Schüssen auf den früheren Europaabgeordneten Slawi Binew in Sofia gehen die Ermittler weiter von einem Streit unter Bekannten aus. Der Direktor der Sofioter Polizeidirektion, Nikolaj Peltekow, sagte laut Mediapool, er halte die Tat nicht für einen Auftragsmord: Die drei Tatverdächtigen hätten Binew seit Langem gekannt und beim Betreten und Verlassen des Hauses weder ihre Gesichter noch ihr Auto verborgen. Als wahrscheinliches Motiv nennt die Polizei ungeklärte finanzielle Beziehungen, für eine Bewertung sei es aber „sehr früh“. Die beiden sichergestellten Pistolen werden untersucht. Eine Anklage war bis zum Nachmittag nicht bekannt; für die Festgenommenen gilt die Unschuldsvermutung.
Der frühere Ministerpräsident Nikolaj Denkow fragte in sozialen Medien, was ein „Großunternehmer“ getan haben müsse, um auf diese Weise getötet zu werden. ABV-Chef Rumen Petkow schrieb: „Sie haben Slawi Binew getötet. Es geht in Richtung einer schleichenden Destabilisierung des Staates.“ Er forderte Antworten von Innenministerium und Staatssicherheitsbehörde DANS, lobte aber die schnelle Festnahme.
In der Halle „Lewski Sofia“ begann am Mittag das internationale Taekwondo-Turnier Ramus Sofia Cup mit mehr als 650 Teilnehmern aus zehn Ländern mit einer Schweigeminute für Binew, der Präsident des bulgarischen Taekwondo-Verbands war. Schirmherr des Turniers ist Innenminister Iwan Demerdschiew. TERRA WORLD NEWS verfolgt die Entwicklung weiter.
