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Stoß gegen Journalistin: Militärgericht lässt NSO-Leibwächter frei

Das Militärgericht in Sofia sieht keinen begründeten Verdacht und verhängt keine Maßnahme. Die Anklage hatte Haft angestrebt. NSO-Chef Tonew hat inzwischen seinen Rücktritt eingereicht.

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Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

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Das Militärgericht in Sofia hat am späten Freitagabend den Mitarbeiter des staatlichen Personenschutzes NSO, Martin W., aus dem Gewahrsam entlassen und keine Sicherungsmaßnahme gegen ihn verhängt. Die Militärstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, einer Journalistin eine mittelschwere Körperverletzung zugefügt zu haben. Nach Angaben von BNT sah das Gericht nicht genügend Beweise dafür, dass der Beamte die Frau so gestoßen habe, dass diese Verletzung entstand. Es gebe keinen begründeten Verdacht auf eine Straftat. Die Kammer folgte demnach der Verteidigung, der Leibwächter habe pflichtgemäß eine Schutzperson in einer plötzlichen Gefahrenlage geschützt.

Die Verteidigung hatte eine mildere Maßnahme als die von der Anklage angestrebte Haft verlangt. Der Beschuldigte sagte vor Gericht: „Смятам, че съм изпълнил законосъобразно моите функции“ (Ich bin der Ansicht, meine Aufgaben rechtmäßig erfüllt zu haben). Sein Anwalt argumentierte, die Beamten hätten die Frau nicht als Journalistin erkennen können, da sie weder Mikrofon noch Kamera, sondern nur ein Telefon in der Hand gehalten habe. Der Vorfall hatte sich am Donnerstag nach einer Vorstandssitzung vor einer Parteizentrale in Sofia ereignet, als die Journalistin Parlamentspräsidentin Michaela Dozowa Fragen stellen wollte und die bereits geschlossene Wagentür wieder öffnete. Laut BNT wurde bei einer Untersuchung in der Militärmedizinischen Akademie ein Bruch der linken Schulter festgestellt; die Frau wurde zur Behandlung nach Hause entlassen.

Der Fall hat personelle Folgen: Der Chef des NSO, Generalmajor Emil Tonew, hat nach Angaben des Präsidialamts seinen Rücktritt bei Staatschefin Ilijana Jotowa eingereicht. Der NSO zufolge wurden Mitglieder des Schutzteams bis zum Abschluss der Prüfung vom Dienst freigestellt. Ob die Staatsanwaltschaft gegen die Freilassung vorgeht, war zunächst nicht bekannt.

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