Sofia: Anwohner in Dragalewzi wehren sich gegen Tausch eines Waldgrundstücks
Eine städtische Grünfläche am Fuß des Witoscha soll per Tausch bebaubar werden. Anwohner verweisen auf alten Wald, Stromausfälle und eine Wasserleitung unter dem Gelände.

Archivbild · Foto: Preslav / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Im Sofioter Stadtteil Dragalewzi am Fuß des Witoscha-Gebirges protestieren Anwohner gegen Pläne, eines der wenigen unbebauten Grundstücke des Viertels als Entschädigung abzugeben. Die Fläche ist nach Angaben von BNT öffentliches Eigentum der Stadt und für Begrünung sowie eine Trafostation vorgesehen. Der Eigentümer eines privaten Grundstücks hat beantragt, dieses gegen zwei benachbarte städtische Parzellen mit doppelter Fläche zu tauschen. Hintergrund ist ein Streit von vor zwei Jahren: Damals hatte ein Privatgrundstück die Sonnenallee versperrt, die älteste und bekannteste Allee am Witoscha, und es begannen Bauarbeiten; nach Protesten wurden sie gestoppt, die Baugenehmigung ist inzwischen abgelaufen. Die Stadt bereitet den Tausch nun vor, wodurch das Gelände privat und bebaubar würde.
Bürgermeister Wassil Terziew hat laut BNT per Verfügung die Zweckbestimmung einer Parzelle von „Trafostation und Begrünung“ in „Wohnbebauung“ geändert; ein Entwurf zur Änderung des Bebauungsplans ist zugelassen. Einen Tauschvertrag oder einen Beschluss des Stadtrats gebe es aber noch nicht, erklärte die Stadtverwaltung. Anwohner Wentschislaw Dikow kritisierte: „Няма никаква обосновка защо е отпаднала необходимостта от тези две неща“ (Es gibt keinerlei Begründung, warum der Bedarf für diese beiden Dinge entfallen ist). Andere verwiesen auf Stromausfälle von bis zu 24 Stunden und auf die Rila-Wasserleitung unter dem Gelände. Der Antragsteller sagte BNT, auf den neuen Parzellen dürfe nur bis 7,5 Meter Höhe und mit 25 Prozent Bebauungsdichte gebaut werden – ein Wohnblock sei dort nicht möglich.
