Gegenstände, die ihre Bewegung spüren: MIT-Software druckt Sensoren direkt mit ein
Mit dem Werkzeug X-Hinges entwerfen Nutzer 3D-gedruckte Gelenke, die ihre eigene Biegung messen. Der Trick: zwei Materialien – eines für die Sensoren, eines für störungsfreie Leiterbahnen.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Forschende des MIT-Labors CSAIL und der Tianjin University in China haben eine Design-Software vorgestellt, mit der sich Alltagsgegenstände mit eingebauter Bewegungsmessung drucken lassen. Das System namens X-Hinges setzt Sensoren automatisch dorthin, wo sich ein Objekt biegt, etwa in Gelenke. Jedes Teil kann sich entlang von bis zu drei Achsen bewegen: Stauchen, auf und ab sowie seitwärts. Die Arbeit wird Anfang November auf der Fachkonferenz UIST vorgestellt.
Bisher nutzten gedruckte interaktive Objekte dasselbe leitfähige Material für Sensoren und Verbindungsleitungen, sodass sich die Signale gegenseitig störten. X-Hinges druckt deshalb zwei Materialien: eines mit möglichst starkem Sensorsignal und eines für die Leiterbahnen. Als Beispiele zeigt das Team einen Handschuh, der Fingerbewegungen auf eine Roboterhand überträgt, eine Origami-Lampe, die beim Zusammendrücken ihre Helligkeit ändert, und einen Spiele-Controller in Haiform.
Eine Schwäche bleibt: Weil die innere Leitungsführung von Druck zu Druck leicht variiert, liefern gleich aussehende Objekte unterschiedliche Messwerte. Die Forschenden gleichen das derzeit mit einem Computer-Vision-System ab und wollen später eine eingebaute Kalibrierung entwickeln. Als nächsten Schritt will Seniorautor Jiaji Li Bewegen und Messen in einem einzigen Druck vereinen.
