Kreuzungen, die Unfälle vorhersehen: Michigan testet Warnsystem für Fußgänger und Autos
Kameras, Ampeln und Fahrzeugfunk sollen Beinahe-Unfälle erkennen, bevor es kracht. Das US-Verkehrsministerium fördert das Projekt SAFETI der University of Michigan mit 5,66 Millionen Dollar.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Das Verkehrsforschungsinstitut UMTRI der University of Michigan erhält 5,66 Millionen Dollar vom US-Verkehrsministerium, um Kreuzungen sicherer zu machen. Laut Ministerium entfallen etwa ein Viertel der Verkehrstoten und rund die Hälfte der Verletzten in den USA auf Kreuzungen. Das Projekt SAFETI baut auf MSight auf, einer an der Universität entwickelten, quelloffenen Software zur Erfassung des Verkehrs am Straßenrand.
Das System kombiniert vorhandene Technik: Ampelsteuerungen, Funk zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur (V2X), Fahrzeugsensoren, städtische Verkehrskameras, Smartphone-Warnungen und Anzeigen im Auto. Erkennt es einen drohenden Zusammenstoß, kann es Fahrer und Fußgänger warnen, Lichter im Straßenbelag aktivieren oder die Ampel anpassen – etwa die Grünphase verlängern, wenn ein Auto wohl bei Rot durchfahren wird. Laut Universität erfasst das System nur die Art der Objekte; die Fischaugenkameras in Ann Arbor können weder Kennzeichen noch Gesichter aufnehmen.
„Unser Ziel ist es, Unfälle im Moment zu verhindern und Kreuzungen mit der Zeit sicherer zu machen“, sagt Projektleiter Henry Liu. In den ersten rund 18 Monaten wird das System auf dem Testgelände Mcity erprobt, mit Robotern als Fußgänger und Radfahrer. Danach folgt der Einsatz an vier Kreuzungen in Ann Arbor. Partner sind unter anderem General Motors, Volkswagen, Ford und der Lidar-Hersteller Ouster.
