AfD-Leak: Gefälschte Mails im Umlauf – CDU-Politiker zitiert Fake im Landtag
Neben echten Daten kursieren erfundene Zitate aus dem AfD-Leak. Ein CDU-Innenpolitiker zitierte eines im Stuttgarter Landtag, ein Grünen-Abgeordneter verbreitete drei auf Instagram.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Nach der Veröffentlichung von laut ZDFheute mehr als 420.000 mutmaßlich bei der AfD erbeuteten E-Mails verbreiten sich im Netz auch gefälschte Inhalte. Nach Recherchen von t-online passen am Dienstag und Mittwoch geteilte Screenshots angeblich skandalöser Mails nicht zum tatsächlichen Datensatz. Die Fälschungen ahmen demnach die Optik des Portals „International Cyber Digest“ nach, das am späten Montagabend erste echte Mails veröffentlicht hatte. Manche Beiträge riefen zu einem Verbot der Partei auf.
Der Vorsitzende des Innenausschusses im baden-württembergischen Landtag, Bastian Schneider (CDU), zitierte am Mittwoch im Plenum eine solche gefälschte Mail, die einem AfD-Politiker eine Aussage zu Adolf Hitlers Geburtstag zuschrieb. Der betroffene NRW-Landtagsabgeordnete Andreas Keith wies die Äußerung zurück; die Mail ist laut t-online nicht im Datensatz enthalten. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner erhielt für einen Instagram-Beitrag mit drei erfundenen Zitaten rund 140.000 Likes.
Brisant sind dennoch die echten Daten: Laut t-online enthält das Leak eine Liste mit mehr als 3.000 AfD-Mitgliedern aus Nordrhein-Westfalen samt Privatadressen und Telefonnummern. AfD-Geschäftsführer Hans-Holger Malcomeß schrieb in einer Mail an Mitglieder von „zwei Dutzend Postfächern“, die kompromittiert worden seien. Schatzmeister Hannes Gnauck nannte die Daten „ein paar Gigabyte unwichtiges Zeug“.
