KI-entworfene Phagen: Start-up meldet ersten Einsatz bei einem Patienten
Das US-Unternehmen Radical Numerics hat nach eigenen Angaben Viren gegen antibiotikaresistente Bakterien per KI entworfen und einem Patienten verabreicht. Das Ergebnis ist unbekannt.

Symbolbild · Foto: SnaxMikn / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das US-Start-up Radical Numerics hat nach eigenen Angaben als weltweit erstes einem Menschen Bakteriophagen verabreicht, die mit künstlicher Intelligenz entworfen wurden. Phagen sind Viren, die Bakterien befallen, aber keine menschlichen Zellen; sie gelten als mögliche Alternative, wenn Antibiotika wegen Resistenzen nicht mehr wirken. Behandelt wurde laut Unternehmen ein Patient mit einer schwer behandelbaren, antibiotikaresistenten bakteriellen Infektion, im Rahmen eines ärztlich geleiteten Heilversuchs (Compassionate Use). Am 20.10.2026 veröffentlichte die Firma dazu einen technischen Bericht.
Die Phagen-Mischung wurde mit dem firmeneigenen, auf Erbgutdaten trainierten Sprachmodell Omnii-1 entworfen, das gezielt einzelne Abschnitte von Phagen-Genomen verändert, etwa die Proteine, mit denen die Viren an Bakterien andocken. Vor der Gabe habe der Cocktail im Labor den resistenten Erreger des Patienten abgetötet, so das Unternehmen. Laut Daily Caller unter Berufung auf die New York Times sagten Firmenvertreter, die US-Arzneimittelbehörde FDA habe den Einsatz im Rahmen ihres Einzelpatienten-Programms genehmigt; die FDA äußerte sich dazu nicht offiziell.
Wichtige Fragen bleiben offen: Zu Krankheit, Verlauf und Ergebnis der Behandlung macht das Unternehmen unter Verweis auf den Datenschutz keine Angaben, Ärzte und Klinik wurden nicht genannt. Der Bericht ist nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet. Radical Numerics betont selbst, dass weitere Forschung nötig sei, um Sicherheit und Wirksamkeit zu belegen, und dass solche Therapien nicht für den breiten klinischen Einsatz zugelassen sind; Firmenchef Eric Nguyen kündigte laut New York Times an, die Ergebnisse in begutachteten Fachpublikationen zu veröffentlichen.
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