Bröckelnder Bierpinsel: Sperrzone in Steglitz ausgeweitet – Brücke komplett dicht
Weil weitere Fassadenteile abstürzen könnten, gilt rund um den Bierpinsel in Berlin-Steglitz eine Sperrzone von zwölf Metern. Schloßstraße und Joachim-Tiburtius-Brücke sind betroffen, Busse fahren Umwege.

Archivbild · Foto: A.Savin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Rund um den Bierpinsel in Berlin-Steglitz müssen Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat den Eigentümer verpflichtet, das Gelände unter dem denkmalgeschützten Turm in einem Radius von zwölf Metern abzusperren. Anlass ist ein Gutachten im Auftrag des Eigentümers, wonach die Fassadenelemente nicht sicher sind und weitere Teile herabfallen könnten. Bereits am 20. September waren mehrere Fassadenteile aus rund 30 Metern Höhe auf die Schloßstraße gestürzt. Die Feuerwehr entfernte damals weitere lose Bauteile.
Die Joachim-Tiburtius-Brücke ist in beiden Richtungen gesperrt, was vor allem den Verkehr Richtung Autobahn A103 sowie nach Lankwitz und Mariendorf trifft. Auf der Schloßstraße, einer der beliebtesten Einkaufsstraßen Berlins, ist zwischen Schildhornstraße und Ahornstraße die Fahrtrichtung Rathaus Steglitz samt Radweg und Gehweg auf der Turmseite dicht. Die Schildhornstraße ist ab der Lepsiusstraße Richtung Schloßstraße für Autos und Räder gesperrt. Der Zugang zum U-Bahnhof Schloßstraße am Franz-Amrehn-Platz bleibt geschlossen, die Buslinie 282 wird umgeleitet. Wie lange die Sperrungen dauern, ist offen.
Stadtentwicklungsstadtrat Patrick Steinhoff (CDU) verlangt vom Eigentümer sofortige Sicherungsmaßnahmen: „Verzögerungen dulden wir nicht!“ Handelt die Eigentümerfirma nicht, will der Bezirk die Arbeiten selbst veranlassen und ihr die Kosten in Rechnung stellen. „Der Eigentümer ist in der Pflicht, das Gebäude zu sanieren und einer Nutzung zuzuführen“, sagte Steinhoff dem Tagesspiegel zufolge. Der rund 50 Meter hohe Turm aus dem Jahr 1976 steht seit 2012 leer und seit 2017 unter Denkmalschutz. Pläne für eine Sanierung mit Büros und Gastronomie wurden bislang nicht umgesetzt.
