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ADHS: Meta-Analyse findet um 70 Prozent höheres Risiko eines frühen Todes

Laut einer Übersichtsstudie in JAMA Network Open mit fast 16 Millionen Menschen sterben Betroffene früher. Medikamente könnten das Risiko senken, die Datenlage dazu ist aber dünn.

Symbolbild: Verschiedene in Deutschland erhältliche Methylphenidat-Präparate

Symbolbild · Foto: Alfie / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Menschen mit einer ADHS-Diagnose haben einer neuen Meta-Analyse zufolge ein um 70 Prozent höheres Risiko, vorzeitig zu sterben, als Menschen ohne diese Diagnose. Das berichtet ein Team der University of Liverpool und des University College London (UCL) in der Fachzeitschrift JAMA Network Open (Mitteilung vom 19.10.2026). Ausgewertet wurden 19 Beobachtungsstudien mit zusammen fast 16 Millionen Teilnehmenden aus drei Kontinenten; einige davon begleiteten die Teilnehmer über mehr als 20 Jahre.

Am deutlichsten war der Unterschied laut den Forschenden bei Suiziden (plus 90 Prozent) und bei Todesfällen durch Verletzungen, ob absichtlich oder durch Unfälle (plus 55 Prozent). Auch Todesfälle aus natürlichen Ursachen waren um 27 Prozent häufiger. Als mögliche Gründe nennen die Autoren häufigere körperliche Begleiterkrankungen, riskantes Gesundheitsverhalten wie Rauchen oder Alkoholkonsum sowie Hürden beim Zugang zur Versorgung.

Wer ADHS-Medikamente nahm, hatte den Daten zufolge ein um 25 Prozent geringeres Sterberisiko – dieser Befund stützt sich allerdings nur auf drei der 19 Studien und gilt als vorläufig. Da es sich um Beobachtungsdaten handelt, zeigen sie Zusammenhänge, keine Ursachen. Seniorautor Joshua Stott (UCL) betonte laut Mitteilung der Universität, ADHS sei nicht per se eine lebensverkürzende Erkrankung; Erstautorin Lucy Corrigan erklärte, Medikamente seien nur ein Teil einer umfassenden, langfristigen Unterstützung.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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