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LMU-Studie: Drei Viertel des Aufforstungspotenzials stoßen auf soziale Hürden

Aufforstung gilt als wichtige CO2-Senke. Laut einer Studie in One Earth liegt rund drei Viertel des bisher geschätzten Entnahmepotenzials dort, wo soziale und institutionelle Hürden groß sind.

Symbolbild: Setzling eines Aufforstungsprojekts in British Columbia, Kanada

Symbolbild · Foto: Ben Hemmings / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Rund drei Viertel des bislang geschätzten Potenzials, durch Aufforstung und Wiederaufforstung CO2 aus der Atmosphäre zu holen, könnten auf erhebliche soziale und institutionelle Hindernisse stoßen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) um den Geografen Wenkai Bao und die Professorin Julia Pongratz in der Fachzeitschrift One Earth (veröffentlicht am 16. Oktober, Mitteilung vom 19. Oktober). Betroffen sind laut Bao vor allem tropische Länder, in denen ein großer Teil des Potenzials liegt.

Methodisch kombinierten die Forschenden Erkenntnisse aus realen Fallstudien mit einer Machine-Learning-Auswertung umfangreicher globaler Datensätze zu sozialen, institutionellen und wirtschaftlichen Bedingungen. Es handelt sich damit um eine Abschätzung von Einschränkungen, nicht um eine Messung neuer Waldflächen. Eine Unsicherheitsspanne für den Anteil von drei Vierteln nennt die Pressemitteilung nicht.

Nach Angaben der LMU haben Aufforstung und Wiederaufforstung die Waldfläche bisher um mehr als 300 Millionen Hektar vergrößert und im vergangenen Jahrzehnt schätzungsweise rund 2,2 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr gebunden. Um Treibhausgasneutralität zu erreichen, müsste die globale CO2-Entnahme bis 2050 mindestens verdreifacht werden. Glaubwürdige Strategien müssten deshalb auch Lebensgrundlagen, Rechte und Institutionen vor Ort berücksichtigen, so Bao. Waldpflanzungen könnten breiteren Klimaschutz nur ergänzen, nicht ersetzen, betont Pongratz.

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