Ungarn: Staatsanwälte wollen Ex-Notenbankchef Matolcsy in Untersuchungshaft nehmen
Der langjährige Orbán-Vertraute wurde am Mittwoch festgenommen und stundenlang vernommen. Ihm wird Wirtschaftsbetrug mit erheblichem Schaden vorgeworfen. Ein Gericht soll am Freitag entscheiden.
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In Ungarn ist der frühere Notenbankgouverneur György Matolcsy am Mittwochmorgen festgenommen und zur Zentralen Ermittlungsstaatsanwaltschaft gebracht worden. Nach Angaben seines Anwalts Pál Bátki wird ihm Wirtschaftsbetrug mit erheblichem finanziellem Schaden sowie die Verwendung einer gefälschten Privaturkunde vorgeworfen. Nach dem Ende der Vernehmung am Nachmittag beantragte die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft; ein Richter soll laut Daily News Hungary am Freitag entscheiden. Für Matolcsy gilt die Unschuldsvermutung, er hat Fehlverhalten bei der Verwaltung der Stiftungsgelder bestritten.
Matolcsy leitete die Ungarische Nationalbank zwölf Jahre lang bis 2025 und gilt als langjähriger Vertrauter des früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Im Kern geht es um die Stiftungen der Notenbank, deren Vorgänger mehr als 266 Milliarden Forint (rund 700 Millionen Euro) aus Kursgewinnen erhalten hatten. Ein umstrittener Vertrag vom 28. Februar 2025 soll das Eigentum an der Vermögensverwaltung Optima verschoben haben, die Werte von fast 200 Milliarden Forint verwaltet. Den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft noch nicht genau, er liege aber deutlich über der Schwelle von 500 Millionen Forint.
Zwei weitere Personen wurden festgenommen, für zwei andere beantragten die Ermittler internationale Haftbefehle. Der Rechnungshof hatte zuvor ein undurchsichtiges Netz aus Firmen und Investitionen bemängelt; die heutige Notenbankführung und der Rechnungshof erstatteten Anzeige. Bátki sagte, solange man die Beweise nicht kenne, könne die Verteidigung nicht darauf reagieren.
