Dicht & Ergreifend – „Zweiländerdreieck“ im Test: Bayern zwischen Dialekt und Hochdeutsch
Das niederbayerische Rap-Duo legt ein Konzeptalbum vor – halb Mundart, halb Hochdeutsch. laut.de lobt vor allem die bairischen Songs, hält es aber nicht für ihr bestes Album.
Foto: joergens.mi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video zur Single: YouTube · dicht & ergreifend · youtube.com
Single: Mischimi
Das Rap-Duo Dicht & Ergreifend – Lef Dutti (Fabian Frischmann) und George Urkwell (Michael Huber) – veröffentlicht am 16. Oktober „Zweiländerdreieck“ bei Zipfe Adam Records. Das Konzeptalbum ist dreigeteilt: ein hochdeutscher Teil, ein Übergang und ein bairischer Teil. Bekannt wurden die beiden 2014 mit „Zipfeschwinga“. Als Vorbote erschien unter anderem „Mischimi“ – im Musikvideo lässt sich die Band von einem Raumschiff eine Pizza liefern.
laut.de-Kritiker Christian Schmitz-Linnartz findet die Mundart-Stücke natürlicher als die hochdeutschen: Der Dialekt passe einfach zum Rap. Gelobt werden der kraftvolle Opener „Identität“ mit Bläser-Sample, das absurd-witzige „Helga“, „Lies“ mit Taiga Trece und Fraenko sowie „America“ über die Übermacht der US-Kultur. Als Höhepunkt nennt er „Beamtenbeleidigung“ mit Comedienne Eva Karl Faltermeier.
Kritik gibt es für „Egal“ und „Nichts Wird So Bleiben Wie Es Sein Wird“, die auf Hochdeutsch austauschbar und anbiedernd wirken, und für einen Halbsatz zu Gaza in „Ich Bin Dafür“, der dem ernsten Thema nicht gerecht werde. Fazit: ein faires Bild Bayerns mit Stärken und Schwächen – aber nicht das beste Album des Duos. Live sind Dicht & Ergreifend am 24. Oktober in Regensburg und am 27. und 28. November im Münchner Kesselhaus zu sehen.
