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Brille als Gesundheitssensor: Sensoren erfassen Blinzeln, Kauen und Puls ohne Batterie

Drei flexible Sensoren im Brillengestell erzeugen bei Gesichtsbewegungen selbst Strom. In einem Test erkannte das System der Northwestern University sechs Tätigkeiten mit 93,8 Prozent Genauigkeit.

Symbolbild: zwei gewöhnliche Korrekturbrillen – nicht die GlassTENG-Brille

Symbolbild · Foto: Jacek Halicki / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Forschende der Northwestern University (USA) haben eine Alltagsbrille in einen Gesundheitssensor verwandelt. Das System „GlassTENG“ nutzt drei flexible triboelektrische Nanogeneratoren: Sie erzeugen eine Spannung, wenn sich Materialschichten durch Bewegungen berühren und wieder trennen – ähnlich wie bei statischer Aufladung. Ein Sensor am Nasensteg erfasst Puls, Blinzeln und Augenbrauen, einer an der Schläfe Kieferbewegungen, einer am Ohr Kauen und Zähnepressen.

In einer Studie mit 20 Teilnehmenden erkannte das System per maschinellem Lernen sechs Tätigkeiten – Blinzeln, Augenbrauenheben, Zähnepressen, Zähneklopfen, Essen und Sprechen – mit einer Gesamtgenauigkeit von 93,8 Prozent. Alle drei Sensoren zusammen benötigen nur 4,1 Mikrowatt. Die Daten gehen derzeit per Bluetooth an Smartphone oder Tablet, langfristig soll die Auswertung direkt auf der Brille laufen.

„Das menschliche Gesicht ist eine Goldgrube für Gesundheitsdaten, und das macht die Alltagsbrille zum perfekten Wearable“, sagte Projektleiterin Nivedita Arora. Die Arbeit wird am 15. Oktober auf der Konferenz UbiComp/ISWC 2026 vorgestellt (DOI 10.1145/3830727.3834817).

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