Berlin --:--Dienstag, 13. Oktober 2026
LIVE
Leben & AlltagNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Liebe & Beziehung ·

Studie: Wer an die Zukunft seiner Beziehung glaubt, fühlt sich sicherer gebunden

Forscher aus Japan haben 603 junge Männer in Shanghai befragt. Unterschiede in der Bindungsunsicherheit hingen vor allem davon ab, wie stabil die Befragten ihre Beziehungen einschätzten.

Eigene Titelgrafik der Redaktion: Studie zu Beziehungsstabilität und Bindung

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Wie sicher sich Menschen in einer Liebesbeziehung fühlen, hängt offenbar weniger von ihrer Vorgeschichte ab als von ihrem Blick nach vorn. Das legt eine Studie von Fan Yang (Waseda-Universität, Tokio) und Zichen Zhai (Universität Nagoya) nahe, die am 16. September in der Fachzeitschrift „BMC Psychology“ erschienen ist; die Waseda-Universität stellte sie am 9. Oktober vor. Befragt wurden 603 Männer zwischen 20 und 29 Jahren aus Shanghai – 303 homosexuelle und 300 heterosexuelle. 510 von ihnen hatten bereits mindestens eine feste Beziehung.

Die homosexuellen Teilnehmer berichteten im Schnitt von mehr Verlustangst und mehr Distanzbedürfnis in Beziehungen, auch nach Berücksichtigung von Einkommen und Beruf. Bei der Beziehungsgeschichte – Zahl früherer Partnerschaften und Dauer der kürzesten Beziehung – gab es dagegen kaum Unterschiede. Entscheidend war, wie stabil die Männer ihre Beziehungen einschätzten: Homosexuelle Teilnehmer bewerteten sie als weniger stabil, und dieser Faktor erklärte die Unterschiede in der Bindung statistisch vollständig. „Das Gefühl, dass ‚diese Beziehung eine Zukunft hat‘, könnte ein wichtiger Teil romantischer Sicherheit sein“, sagte Yang.

Die Autoren sehen darin einen Hinweis, dass gesellschaftliche Hürden wie fehlende rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare und Diskriminierung die gefühlte Sicherheit in Beziehungen schwächen können; der Abbau solcher Belastungen könne sie stärken. Einschränkungen: Es handelt sich um eine Querschnittsbefragung mit Selbstauskünften, Ursache und Wirkung lassen sich daraus nicht ableiten. Die Stichprobe umfasst nur junge Männer aus einer chinesischen Großstadt. Die Studie wurde vorab registriert; Angaben zu einer Finanzierung macht der Fachartikel nicht.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

Mehr aus dem Ressort

← Leben & Alltag