Studie: Nur noch 41 Prozent der Deutschen für baldigen EU-Beitritt der Ukraine
Laut Bertelsmann Stiftung ist die Zustimmung in Deutschland seit März 2022 um 20 Punkte gesunken. In der Ukraine wollen 83 Prozent in die EU, EU-weit sind es nur 47 Prozent.

Symbolbild · Foto: Brayden A. / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Unterstützung in Deutschland für einen EU-Beitritt der Ukraine in den kommenden Jahren ist deutlich gesunken. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung hervor. Demnach befürworten nur noch 41 Prozent der Deutschen eine Aufnahme in den nächsten Jahren, im März 2022 waren es noch 61 Prozent. Unter den zehn einzeln ausgewerteten EU-Ländern liegt nur Rumänien mit 40 Prozent noch niedriger.
EU-weit sprechen sich 47 Prozent für einen baldigen Beitritt aus, 53 Prozent sind dagegen. In Polen fiel die Zustimmung von 87 auf 43 Prozent, in Schweden und Spanien gibt es dagegen weiter Mehrheiten. In der Ukraine selbst wollen 83 Prozent in die EU. 36 Prozent der Deutschen nennen die finanziellen Lasten als besondere Hürde, im EU-Schnitt sind es 28 Prozent.
Befragt wurden im Juni knapp 16.800 Menschen in allen 27 EU-Staaten sowie gut 2.100 in der Ukraine. Laut Berliner Zeitung zeigen die Daten keine grundsätzliche oder dauerhafte Ablehnung, weil nach einem Beitritt in den kommenden Jahren gefragt wurde. Eine Mehrheit von 56 Prozent kann sich eine schrittweise Teilintegration der Ukraine vorstellen. Die Osteuropa-Expertin der Stiftung, Miriam Kosmehl, mahnte, die Unterstützung der Bevölkerung müsse erhalten bleiben.
