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Rückwärtsgang nach dem Zusammenstoß: So bahnen sich Bakterien den Weg durchs Gedränge

EPFL-Forschende zeigen: Der Erreger Pseudomonas aeruginosa spürt Zusammenstöße mit Artgenossen und kehrt binnen Sekunden um. Das hält die Kolonie beweglich und hilft ihr, sich auszubreiten.

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Foto: Benoit-Joseph Laventie / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Video: YouTube · EPFL · youtube.com

Forschende der ETH Lausanne (EPFL) um Alexandre Persat haben herausgefunden, dass das Bakterium Pseudomonas aeruginosa spürt, wenn es mit Artgenossen zusammenstößt, und daraufhin binnen Sekunden die Richtung umkehrt. Die Studie erschien am 6. Oktober im Fachjournal Nature Microbiology (DOI 10.1038/s41564-026-02505-1), beteiligt war auch die University of California San Diego.

Im Gedränge sorgt das häufige Umkehren dafür, dass die Zellen ungeordnet und beweglich bleiben. Am Rand einer Kolonie richten sie sich dagegen aus und wandern gemeinsam ins Freie. In einem winzigen Labyrinth erkundeten normale Bakterien im Schnitt 92 Prozent der Fläche, 20 Prozent erreichten den Ausgang. Eine Mutante, die stets vorwärts fährt, blieb in dichten Haufen stecken – nur ein Prozent fand binnen vier Stunden hinaus.

Die Ordnung im Bakterienschwarm ist demnach ein aktiv gesteuerter Zustand und nicht bloß eine Folge physikalischer Kräfte. Laut EPFL könnte der Mechanismus dem Erreger helfen, sich bei Infektionen im Gewebe auszubreiten und Biofilme zu bilden.

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