Anthropic stellt Schutzprogramm für Strom- und Wassernetze vor – mit elf Partnern
Sicherheitsfirmen, die kritische Infrastruktur schützen, sollen Zugang zu Anthropics stärksten KI-Modellen und Ingenieuren erhalten. Dazu kommt ein kostenloser Sicherheitsscanner für Open-Source-Software.

Symbolbild · Foto: Novoklimov / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Anthropic hat am 8. Oktober die „Anthropic Cyber Mission“ gestartet. Erster Teil ist ein Programm zum Schutz kritischer Infrastruktur: Sicherheitsfirmen, die Stromnetze, Wasserversorger und Verkehrsnetze absichern, erhalten Zugang zu Anthropics fortschrittlichsten Claude-Modellen, Ingenieuren vor Ort und Bedrohungsanalysen. Im Fokus steht Betriebstechnik wie Steuerungen in Werken, Umspannwerken und Wasseranlagen. Zu den elf Gründungspartnern gehören Accenture, Booz Allen Hamilton, CrowdStrike, Deloitte, Dragos, Hitachi, Insane Cyber, Nozomi Networks, Palo Alto Networks, PwC und Rockwell Automation. Geschäftliche Bedingungen nannte Anthropic nicht.
Zweiter Baustein ist der kostenlose „OSS Scanner“, der Open-Source-Projekte auf Antrag regelmäßig mit Anthropics stärksten Modellen auf Schwachstellen untersucht. Die Berichte gehen ohne vorherige Prüfung durch Menschen an die Entwickler und können Fehler enthalten. In einem Test vor dem Start prüften Penetrationstester 97 als kritisch oder hoch eingestufte Funde aus 48 Projekten; 85 erfüllten die Kriterien für eine Meldung. Über sechs Monate fanden die Modelle mehr als 29.000 mögliche Schwachstellen in verbreiteter Software, rund 6.000 davon prüften Mitarbeiter von Hand.
Anthropic räumt ein, dass kritische Infrastruktur auf viele Arten schwer zu verteidigen sei, die KI nicht lösen könne. Schwachstellen zu finden sei leichter denn je, sie zu prüfen und zu beheben bleibe aber schwierig. Das Unternehmen erwartet nach eigener Prognose, dass KI in zwei Jahren die Verteidiger begünstigen werde. Kurzfristig müsse das aber nicht gelten.
