Weniger Hochzeiten im August: Südkoreas Heiratsboom verliert an Schwung
Im August wurden in Südkorea 19.218 Ehen geschlossen – 1,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Geburten stieg dagegen um 13 Prozent. Fachleute erwarten, dass der Schub bald nachlässt.

Symbolbild · Foto: Rystheguy / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Südkorea ist die Zahl der Eheschließungen im August erstmals seit 29 Monaten gesunken. Nach den am 28. Oktober veröffentlichten Daten der staatlichen Statistikbehörde gaben sich im August 19.218 Paare das Jawort, 1,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Scheidungen stieg im selben Monat um 4,4 Prozent auf 7.510. Von Januar bis August wurden 165.874 Ehen geschlossen, ein Plus von 5,2 Prozent – im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Zuwachs noch 7,7 Prozent betragen.
Bei den Geburten hält der Aufwärtstrend an: Im August kamen 23.703 Babys zur Welt, 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und so viele wie in keinem August seit 2019. Es war der 26. Anstieg in Folge. Die zusammengefasste Geburtenziffer lag im August bei 0,87 Kindern je Frau, 0,09 mehr als im Vorjahr. Von Januar bis August wurden 193.783 Kinder geboren (plus 14,5 Prozent). Der staatliche Ausschuss für Bevölkerungsstrategie rechnet für das ganze Jahr 2026 mit einer Geburtenziffer von etwa 0,90.
Hinter dem Aufschwung stand ein Heiratsboom: 2022 wurden 191.690 Ehen geschlossen, 2024 bereits 222.412 und 2025 schließlich 240.326. Lee Sang-lim vom Forschungszentrum für Bevölkerungspolitik der Seoul National University sagte laut Seoul Economic Daily, der Effekt einer zweiten geburtenstarken „Echo“-Generation, der viele Hochzeiten getragen habe, lasse nun nach; Rückgänge dürften zuerst in wirtschaftlich schwächeren Regionen sichtbar werden. Von Januar bis August legten die Eheschließungen in Seoul um 11,9 Prozent zu, in der Provinz Nord-Jeolla sanken sie um 0,9 Prozent. Ein Vertreter der Statistikbehörde nannte es zu früh, von einer Trendwende zu sprechen.
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