UN-Menschenrechtschef Türk: „Ich befürchte das Schlimmste für Zivilisten in der Ukraine“
Die Zahl der Angriffe auf Zivilisten sei wohl so hoch wie seit 2024 nicht mehr, sagt Volker Türk in New York. Russland greife inzwischen auch Bahnstrecken und Supermärkte an.

Archivbild · Foto: EU2018BG Bulgarian Presidency / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat vor einer weiteren Verschärfung der Lage in der Ukraine gewarnt. „Ich befürchte das Schlimmste für die Zivilisten in der Ukraine in den kommenden Wochen und Monaten“, sagte er am Mittwoch in New York auf eine Frage der ukrainischen Agentur Ukrinform. Die Zahl der Angriffe auf Zivilisten habe zugenommen und sei „wahrscheinlich jetzt auf dem höchsten Stand seit 2024“.
Türk sagte, Zivilisten litten besonders unter Drohnenangriffen, die die Art der Kriegsführung verändert hätten. Russische Angriffe richteten sich nicht mehr nur gegen die Energieversorgung, sondern auch gegen Bahnstrecken und Supermärkte. Er nannte die Eskalation „eindeutig unlogisch“ und rief zu großen Anstrengungen auf, „diesen Wahnsinn“ zu beenden. Menschenrechte müssten Teil jeder Waffenruhe- oder Friedensverhandlung sein. „Es gibt kein Mitgefühl für die Not der Zivilisten in der Ukraine“, beklagte Türk.
Laut Ukrinform kam die Unabhängige Untersuchungskommission der UN zu dem Schluss, dass russische Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen. Anfang Oktober hatte Türks Büro vor dem UN-Menschenrechtsrat 15.280 getötete oder verletzte Zivilisten in den ersten acht Monaten 2026 gemeldet – 55 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
