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Abhörsicher mit Lichtteilchen: QuNET schaltet länderübergreifendes Quantennetz frei

Forschungsministerin Bär hat das QuNET-Netz freigeschaltet, das Bayern, Thüringen und Berlin verbindet. Es soll Kommunikation gegen künftige Quantenrechner absichern – noch ist die Technik teuer.

Archivbild: Dorothee Bär (CSU)

Archivbild · Foto: Gerd Seidel (User:Rob Irgendwer) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hat bei einer Veranstaltung im Berliner Futurium das erste länderübergreifende Quantenkommunikationsnetz der Initiative QuNET freigeschaltet. Es koppelt regionale Netze in Bayern, Thüringen und Berlin ; die Initiative wird vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena koordiniert. Ziel ist, vertrauliche Kommunikation auch gegen künftige Quantencomputer zu schützen, die heutige Verschlüsselung knacken könnten.

Das Netz nutzt die Quantenschlüsselverteilung: Schlüssel werden mit Lichtteilchen übertragen, ein Lauschangriff fällt dabei auf. „Der Schlüssel gilt dann als kompromittiert und wird gegebenenfalls durch einen neuen ersetzt“, erklärte QuNET-Sprecher Andreas Tünnermann. Schon 2022 wurden Schlüssel über eine 75 Kilometer lange Glasfaser zwischen Jena und Erfurt ausgetauscht. Sieben Jahre lang arbeiteten Forscher an dem vom Bund mit 125 Millionen Euro geförderten Projekt, das damit abgeschlossen ist; für die nächste Phase des Kernkonsortiums sind 44 Millionen Euro vorgesehen.

Grenzen gibt es: Die Technik schützt nur den Schlüsselaustausch, nicht Rechner oder Software, und Glasfaserstrecken können schon durch Erschütterungen etwa vorbeifahrender Lkw gestört werden. „Die Technologie ist noch teuer und komplex“, räumte Tünnermann ein. Die Ergebnisse des verbundenen Netzes sollen in den kommenden Monaten ausgewertet werden. Bär hält Quantenkommunikation in Deutschland bis 2030 für möglich und nannte das Ziel selbst ambitioniert.

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