Starlink-Brand bei Sofia: Düsseldorfer Gericht prüft Auslieferung nach Bulgarien
Die beiden tatverdächtigen 19-jährigen Deutschen bleiben in Haft, bis ein Gericht in Düsseldorf über Bulgariens Auslieferungsantrag entschieden hat. In Sofia fordert die Opposition weiter Antworten.

Symbolbild · Foto: jurvetson / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Im Fall der in Brand gesetzten Starlink-Antennen bei dem Dorf Plana südlich von Sofia liegt die Entscheidung nun bei der deutschen Justiz. Die beiden tatverdächtigen deutschen Staatsbürger bleiben in Haft, bis ein Gericht in Düsseldorf über den Auslieferungsantrag Bulgariens befunden hat. Das teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit, auf die sich die bulgarische Agentur BTA beruft. Beide Männer sind 19 Jahre alt; festgenommen worden waren sie am vergangenen Freitag in Nordrhein-Westfalen auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls aus Bulgarien. Die Antennen waren am 9. Oktober in Brand gesetzt worden.
Laut der bulgarischen Staatsanwaltschaft reisten die beiden am 9. Oktober aus Serbien ein, blieben nur einige Stunden im Land und kehrten dann nach Serbien zurück. Laut dem Lokalsender Radio K.W., der sich auf die WAZ beruft, wurden drei Antennen völlig zerstört, weitere schwer beschädigt. Bei einer Verurteilung wegen schwerer Brandstiftung drohen nach bulgarischem Recht drei bis zwölf Jahre Haft; das Motiv ist noch unklar.
In Sofia erwartet Innenminister Iwan Demerdschiew, dass die Verdächtigen an Bulgarien übergeben werden. Nach seinen Worten sollen sie am 18. Oktober eine ähnliche Tat in einem anderen EU-Staat verübt haben; Litauen hatte laut BTA einen versuchten Brandanschlag auf eine Firma gemeldet, die Starlink-Ausrüstung lagert. Die Opposition lässt nicht locker: Der Abgeordnete Iwajlo Mirtschew von „Demokratisches Bulgarien“ fragte, wie zwei 19-Jährige unbemerkt ein- und ausreisen konnten. Eine Sondersitzung des Parlaments zu dem Fall war am Mittwoch zum dritten Mal mangels Quorum gescheitert.
