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Tokio verdoppelt Budget für Partnersuche: KI-App und Single-Treffen im Zoo

Rund 700 Millionen Yen gibt die Stadt Tokio im Haushaltsjahr 2026 für Heiratsförderung aus – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Mitmachen darf nur, wer amtlich belegt, dass er ledig ist.

Das Rathaus der Stadt Tokio (Tokyo Metropolitan Government Building) in Shinjuku (Archivbild)

Archivbild · Foto: Eavesdropper6735 / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Stadtverwaltung Tokio baut ihre staatliche Partnervermittlung aus. Laut einem Bericht des japanischen Senders TBS (JNN) vom 26. Oktober sind dafür im Haushaltsjahr 2026 rund 700 Millionen Yen eingeplant – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Für die drei Jahre 2023 bis 2025 zusammen waren es demnach etwa 800 Millionen Yen. Seit dem Haushaltsjahr 2023 hat die Stadt 31 Kennenlern-Veranstaltungen mit insgesamt rund 3700 Teilnehmenden ausgerichtet – etwa einen Lauftreff für 60 Singles im Alter von 20 bis Ende 40, ein Treffen für 400 Singles im Vergnügungspark Hanayashiki in Asakusa (2024) und im Juli 2026 ein Treffen für 200 Singles im Zoo Ueno rund um das Gehege der Schuhschnäbel.

Kernstück ist die seit September 2024 laufende Vermittlungs-App „TOKYO Enmusubi“, die Paare mithilfe künstlicher Intelligenz anhand eines Wertefragebogens und gewünschter Eigenschaften zusammenbringt. Wer mitmachen will, muss eine amtliche Ledigkeitsbescheinigung vorlegen und schriftlich versichern, eine Ehe anzustreben; laut der Nachrichtenagentur Qazinform kommen Identitäts- und Einkommensnachweis hinzu, die Mitgliedschaft kostet 11.000 Yen für zwei Jahre. Ende September zählte die App laut TBS insgesamt rund 17.000 registrierte Nutzer. Qazinform meldete mit Stand 30. Juni 760 Paare in einer festen Beziehung und 265 Paare, die nach dem Kennenlernen über die Plattform geheiratet hatten.

Die Nachfrage ist offenbar groß: Die städtischen Veranstaltungen seien stark überbucht, man werde nur schwer ausgelost, berichtete eine TBS-Reporterin. Zudem gebe es am Veranstaltungstag kaum Absagen, was auf große Ernsthaftigkeit der Teilnehmenden schließen lasse. Das Fachportal Global Dating Insights griff den Ausbau am 27. Oktober auf. Ob die staatliche Partnersuche langfristig zu mehr Ehen führt, lässt sich aus den bisherigen Zahlen noch nicht ablesen.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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