Windkraft auf See: Reiche will unrentable Offshore-Projekte geordnet neu vergeben
Nach einem Warnbrief von acht Ländern zeigt sich die Wirtschaftsministerin offen für die Rückgabe gescheiterter Zuschläge. Unternehmen sollen aber an ihre finanziellen Pflichten gebunden bleiben.

Archivbild · Foto: Jan Oelker für Area Wind / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will den stockenden Ausbau der Windkraft auf See wieder in Gang bringen. Wenn sich einzelne Projekte als wirtschaftlich nicht tragfähig erweisen, solle eine geordnete Rückgabe und Neuvergabe möglich sein, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Von ihren finanziellen Verpflichtungen sollen die Unternehmen dabei nicht entbunden werden. „Gleichzeitig stellen wir künftige Ausschreibungen auf eine wirtschaftlich solide Grundlage“, so Reiche.
Hintergrund ist ein Brief der Regierungschefs von Niedersachsen, Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Bremen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. Sie warnen mit Blick auf die geplante Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes vor einem „Fadenriss“ beim Offshore-Ausbau und vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Im Regierungsentwurf ist eine einseitige Rückgabe von Zuschlägen bislang weiterhin nicht vorgesehen.
In den Jahren 2023 und 2024 waren Flächen für rund 16 Gigawatt vergeben worden. „Das deutsche Offshore-Windauktionssystem wies wesentliche Mängel auf“, sagte Reiche; bekannte Risiken seien nicht beachtet oder ignoriert worden. Zuletzt war das Interesse an Ausschreibungen wegen gestiegener Finanzierungs-, Lieferketten- und Projektkosten gesunken. Die Branchenverbände BWO und BDEW fordern eine Rückgabemöglichkeit mit schneller Neuausschreibung.
