Türkei will Militärpersonal nach Saudi-Arabien schicken – Parlament soll zustimmen
Ankara bereitet laut einem AKP-Abgeordneten ein Mandat unter dem Mekka-Verteidigungspakt vor. Die Soldaten sollen nur defensiv helfen, etwa bei der Luftabwehr.

Archivbild · Foto: Yıldız Yazıcıoğlu / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Die Türkei will dem Parlament ein Mandat vorlegen, das die Entsendung von Militärpersonal nach Saudi-Arabien erlaubt. Das sagte ein Abgeordneter der Regierungspartei AKP, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Grundlage ist das Mekka-Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei im August unterzeichnet haben; Ankara legte es am Dienstag dem Parlament zur Ratifizierung vor.
Das Mandat soll laut dem Abgeordneten erst nach der Ratifizierung eingebracht werden. Türkische Soldaten würden sich nicht an Offensivoperationen beteiligen; zunächst sollten Techniker und Experten die Luftabwehr, die elektronische Kampfführung und andere defensive Aufgaben unterstützen. Zuvor hatten zwei Regierungsvertreter die türkische Rolle auf Rüstungsgüter, Geheimdienstinformationen und Waffensysteme beschränkt.
Saudi-Arabien steht unter Beschuss der jemenitischen Huthi-Miliz. Die Türkei, nach Angaben von Reuters die zweitgrößte Armee der Nato, hat die Angriffe verurteilt und zugesagt, sich an einer saudisch geführten Koalition für sichere Schifffahrt im Roten Meer zu beteiligen. Das Abkommen rückt Ankara laut Reuters näher an eine förmliche Beistandsverpflichtung gegenüber Riad.
