Jemen: Huthis greifen Wohnviertel in Taiz an – über 250.000 Menschen vertrieben
Zwei Mädchen getötet, sechs Menschen verletzt: Die von der Regierung gehaltene Stadt ist fast eingeschlossen. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnt vor wachsender Not.

Archivbild · Foto: Anas Al-Hajj / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Kämpfer der Huthi-Miliz haben am Dienstag ein Wohngebiet der jemenitischen Stadt Taiz angegriffen und dabei zwei Mädchen im Teenageralter getötet sowie sechs Menschen verletzt, berichtet das US-Nachrichtenprogramm Democracy Now. Die drittgrößte Stadt des Landes wird von der saudisch unterstützten Regierung gehalten, ist aber laut dem Bericht fast vollständig umzingelt und von den meisten Versorgungswegen abgeschnitten. „Taiz ist jetzt von den Huthis belagert“, sagte der Einwohner Saeed Ahmed.
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnte vor ernster Gefahr, da Lebensmittel knapper und teurer würden. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR wurden seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe im Juli mehr als 250.000 Jemeniten vertrieben.
Nach einem Raketenangriff der Huthis auf ein Ausbildungslager der Regierung im Süden des Landes stieg die Zahl der Toten laut Democracy Now auf 73. Großbritannien kündigte an, Saudi-Arabien militärisch stärker zu unterstützen.
