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Salzabwasser von K+S: Thüringen bringt stillgelegte Grube Bischofferode ins Spiel

Thüringens Umweltminister Kummer will mehr als 300.000 Kubikmeter Kali-Abwasser in einer alten Grube einlagern. Grüne protestieren an der Werra gegen weitere Einleitungen.

Kali-Abraumhalde bei Bischofferode (Archivbild)

Archivbild · Foto: Kassandro / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Im Streit um das salzhaltige Abwasser des Düngemittelkonzerns K+S hat Thüringens Umweltminister Tilo Kummer die seit Anfang der 1990er-Jahre stillgelegte Kaligrube Bischofferode im Norden des Landes als Lösung vorgeschlagen. Stimmt die bundeseigene Bergbausanierungsgesellschaft LMBV zu, könnten nach seinen Angaben mehr als 300.000 Kubikmeter Produktionsabwässer auf diesem Weg entsorgt werden. Dazu soll salzarmes Haldenwasser mit hoch konzentrierter Lauge aus dem Werra-Revier gemischt und in die Grube gepresst werden.

Hintergrund ist die wasserrechtliche Erlaubnis für die Einleitung salzhaltiger Abwässer in die Werra über 2027 hinaus. Die Flussgebietsgemeinschaft Weser tagt im Dezember; auf Fachebene favorisieren die meisten Länder laut dpa eine streng befristete Übergangsregelung von ein bis höchstens zwei Jahren. „Ich bin mir sicher, dass wir einen vernünftigen Weg finden, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen“, sagte Kummer. Frühere Pläne, Lauge in der Grube Springen einzulagern, waren an der Geologie und an Sicherheitsbedenken gescheitert.

K+S investiert nach eigenen Angaben rund 600 Millionen Euro in die Umstellung auf eine trockene Aufbereitung, die 2028 abgeschlossen sein soll; im Werk Werra arbeiten rund 4.700 Menschen in Hessen und Thüringen. Grünen-Politiker aus Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen protestierten am Sonntag in Witzenhausen und forderten ein Ende der Einleitungen.

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