Preise per Algorithmus: US-Kunden misstrauen KI-Preistools im Handel
Walmart setzt auf digitale Preisschilder, Kunden fürchten „Überwachungspreise“. Maryland, New Jersey und Connecticut schränken Preise nach persönlichen Daten bereits ein.

Symbolbild · Foto: Maheshod98 / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
In den USA wächst das Misstrauen gegenüber Preisen, die mithilfe von Algorithmen und künstlicher Intelligenz festgelegt werden. Begriffe wie „dynamische Preise“ und „Überwachungspreise“ verbreiten sich in sozialen Netzwerken, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Walmart und Whole Foods führen digitale Preisschilder ein. Walmart-Chef John Furner versichert: „Wir bepreisen das Produkt, nicht die Person.“
Laut einer Umfrage der Beratungsfirma Simon-Kucher unter mehr als 2.200 Führungskräften in 28 Ländern nutzen 41 Prozent KI zur Marktbeobachtung, etwa bei Konkurrenzpreisen, 28 Prozent zur Preisoptimierung in Echtzeit. Target zahlte nach einer Klage in Kalifornien fünf Millionen Dollar und verzichtet darauf, Preise per Geofencing anzuheben. McDonald’s nennt eine Verbraucherklage zu seinem Preissystem „voller Ungenauigkeiten“.
Maryland, New Jersey und Connecticut haben den Einsatz persönlicher Daten bei der Preisgestaltung bereits eingeschränkt; in mindestens 30 Bundesstaaten wurden in diesem Jahr entsprechende Gesetzentwürfe beraten. Die Verbraucherschutzbehörde FTC warnt in einem Entwurf, verschwiegene Datennutzung bei individuellen Preisen könne rechtswidrig sein. Preiswechsel im Tagesverlauf wie bei Airlines seien im Handel aber „äußerst selten“, sagt ein Branchenexperte.
