Höhere Trassenpreise: Länder fordern mehr Geld vom Bund für Regionalzüge
Die Netzgebühren für Regionalzüge sollen 2027 um 7,7 Prozent steigen. Die Verkehrsminister der Länder fürchten Zugstreichungen – Bayerns Minister Bernreiter wirft Berlin vor, sich „taub“ zu stellen.

Symbolbild · Foto: Nelso Silva from Porto, Portugal / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Verkehrsminister der Länder verlangen vom Bund mehr Geld für den Schienenpersonennahverkehr, der für sie unbezahlbar zu werden droht. Hintergrund: Die Bahn-Netztochter DB InfraGo plant für 2027 eine Erhöhung der Trassenpreise im Regionalverkehr um 7,7 Prozent, 2028 sollen die Gebühren erneut deutlich steigen. Der Europäische Gerichtshof hatte im März die sogenannte Trassenpreisbremse gekippt.
„Wir müssen jetzt acht Prozent Steigerungen für das kommende Jahr auffangen. Das ist Geld, das keiner hat“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) der „Bild“. Es gehe um „mehrere Hundert Millionen Euro“. Schleswig-Holstein hat laut dpa bereits einzelne Verbindungen abbestellt, Verkehrsverbünde etwa in Sachsen kündigen ausgedünnte Fahrpläne an. Mehrere Bahnunternehmen klagen zusammen mit dem Bundesverband SchienenNahverkehr gegen die Gebühren.
Die Länder berufen sich auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD, der eine Reform des Trassenpreissystems verspricht. Der Bund sieht laut dpa keinen Spielraum für mehr Geld. „Leider stellt sich Berlin momentan taub“, sagte Bernreiter, der die Verkehrsministerkonferenz am Mittwoch und Donnerstag in Hohenschwangau leitet.
