Webb kartiert den Rand eines fernen Planeten: Atmosphäre von WASP-17b ist schief
Mit dem James-Webb-Teleskop haben Forschende die Form des Atmosphärenrands eines heißen Gasriesen rundum vermessen. Auf der Abendseite reicht die Lufthülle weiter hinaus als am Morgen.

Symbolbild · Foto: Chris Gunn / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Mit dem Weltraumteleskop James Webb haben Forschende der Cornell University und der University of Bristol die Atmosphäre eines fernen Planeten genauer vermessen als bisher üblich. Untersucht wurde WASP-17b, ein sogenannter heißer Jupiter, der etwa 1.300 Lichtjahre von der Erde entfernt sehr nah um seinen Stern kreist. Das Ergebnis: Die Atmosphäre ist schief. Der Umriss des Planeten ist zwar annähernd rund, doch auf der Abendseite reicht die Gashülle weiter in den Raum hinaus als auf der Morgenseite. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“.
Möglich machte das eine Technik namens „Transmission Strings“, die David Grant und Hannah Wakeford in Bristol entwickelt haben. Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, scheint Sternenlicht durch den Rand seiner Atmosphäre. Bisher wurde dieses Licht über den gesamten Rand gemittelt; die neue Methode trennt die Signale verschiedener Regionen. Erstautorin Lili Alderson von der Cornell University sagte, die Arbeit sei ein Beleg dafür, dass Planeten tatsächlich dreidimensionale Objekte seien.
Die Messungen passen zu früheren Vorhersagen: Winde tragen Wärme von der dauerhaft beleuchteten Tagseite zur dunklen Nachtseite, wodurch sich Morgen- und Abendseite deutlich unterscheiden. Hannah Wakeford beschrieb Planeten als launisch, ihre Atmosphären seien komplex und chaotisch. Die Beobachtungen entstanden im Programm TST DREAMS mit garantierter Webb-Beobachtungszeit; gefördert wurde die Arbeit unter anderem von der NASA und der britischen Forschungsförderung UKRI. Bislang sind mehr als 6.000 Exoplaneten bestätigt.
