Albanien: Proteste greifen auf weitere Städte über – Rama spricht von „fremden Händen“
Am vierten Tag der Schülerproteste zogen Tausende durch Tirana, auch in Shkodra, Korça und Elbasan wurde protestiert. Nach einer Krawallnacht meldete die Polizei 160 Festnahmen.
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In Albanien haben sich die von Schülern und Studierenden getragenen Proteste gegen Ministerpräsident Edi Rama am Freitag ausgeweitet. Am vierten Tag in Folge zogen Tausende junge Menschen durch die Hauptstadt Tirana, einige zerschlugen Scheiben und Ampeln, wie die Irish Times berichtete. Bereits am Donnerstagabend war die Lage in Tirana in Krawalle umgeschlagen; die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein und nahm nach eigenen Angaben 160 Menschen fest. Die Proteste griffen auch auf Lezha, Elbasan, Shkodra und Korça über.
Rama lehnt einen Rücktritt ab. „Das sind fremde Hände, die nicht wollen, dass Albanien in Frieden lebt“, sagte er laut Euronews in einem Facebook-Video, ohne Verantwortliche zu nennen; zugleich rief er zur Ruhe auf. „Wir werden uns der Gewalt nicht beugen“, schrieb er nach Angaben der Irish Times. Die EU-Delegation in Albanien hatte bereits am Mittwoch eine verhältnismäßige Reaktion angemahnt und sich besorgt über die gewaltsame Eskalation gezeigt.
Die Protestierenden werfen der Regierung Korruption und Vernachlässigung des Bildungswesens vor und fordern Ramas Rücktritt. Kritik gibt es auch an einem Luxus-Tourismusprojekt an der Küste, hinter dem Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, steht. „Wir protestieren seit 140 Tagen friedlich, und niemand hat uns gehört“, sagte eine 19-Jährige der Irish Times. Ramas Sozialisten hatten im vergangenen Jahr die vierte Wahl in Folge gewonnen; die Regierung strebt den EU-Beitritt bis 2028 an.
