IWF: EZB muss 2026 mindestens noch einmal die Zinsen erhöhen
Im Europa-Bericht rät der Währungsfonds der EZB zu einem weiteren Zinsschritt um 0,25 Punkte. Die Inflation bleibe bis 2028 über dem Ziel; für Bulgarien sieht er Risiken im Schwarzen Meer.

Symbolbild · Foto: International Monetary Fund / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seinem am Freitag in Bangkok vorgestellten Wirtschaftsausblick für Europa davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen in diesem Jahr mindestens noch einmal um 0,25 Prozentpunkte anheben muss. Die EZB hatte bereits im Juni und im September jeweils um einen Viertelpunkt erhöht – als Reaktion auf den Energiepreisschub infolge des Kriegs der USA und Israels gegen Iran, wie Reuters berichtet. Nach Einschätzung des Fonds dürfte auch danach eine weitere Straffung nötig sein, damit die Inflation 2028 wieder das Ziel erreicht. Staatliche Hilfen gegen hohe Energiepreise könnten den Kampf gegen die Teuerung untergraben, wenn sie nicht sorgfältig dosiert seien.
Für den Euroraum ohne Irland erwartet der IWF laut der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA ein Wachstum von 1,2 Prozent in diesem und 1,1 Prozent im kommenden Jahr. Mittel-, Ost- und Südosteuropa sollen 2026 um 2,2 Prozent wachsen – deutlich weniger als im Schnitt der vergangenen zwei Jahrzehnte von rund 3,5 Prozent. Auf eine Frage der BTA zu den Drohnenangriffen auf Handelsschiffe in Bulgariens Wirtschaftszone im Schwarzen Meer sagte Mateusz Szczurek, Direktor der IWF-Europaabteilung, es sei noch zu früh, die Folgen zu beziffern; sie könnten aber das kurzfristige Wachstum belasten. Die Prognosen beruhen auf Daten bis zum 30. September, also aus der Zeit vor den Angriffen.
